Der Fokus im Heft:

Der Fokus im Heft:

SIX bringt den Schweizer Finanzplatz seit 20 Jahren voran – und drückt gerade mal wieder aufs Gas. RED zeigt, wo Geschwindigkeit der Schweizer Finanzmarktinfrastruktur gut tut und wann es besser ist, zu warten.

24. Juni 2016. Seit ein paar Stunden ist klar: Grossbritannien steigt aus der EU aus. Aktien- und Währungskurse stürzen ab, Politiker und Medien sind in Aufruhr, bei SIX Swiss Exchange laufen die Telefone heiss. Ansonsten deutet im Zürcher Börsengebäude nichts auf die Anspannung hinter den Kulissen hin. Die grosse Anzeigentafel im Eingangsbereich ist heute das einzig sichtbare Zeichen für den laufenden Handel. In gleichmässig gemässigtem Tempo fliessen dort Titel und Zahlen über den Bildschirm – elektronisch, konstant, lautlos.

Gabriela Rytz erinnert sich an andere Zeiten: Mitte der 1980er spurtete die damals 20-Jährige in der «alten Börse» am Zürcher Bleicherweg an die hundert Mal täglich eine steile Treppe hinauf und hinunter: Als «Fichen-Läuferin» brachte sie die telefonisch entgegengenommenen Kauf- und Verkaufsaufträge vom Büro ihrer Bank im ersten Stock hinunter ans Parkett. Dort scharten sich die Händler um den Ring und schrien sich in ohrenbetäubender Lautstärke Preise für die ihnen überbrachten Aufträge zu. «Nicht jeder Titel wurde beim Handel à la criée permanent gehandelt», erzählt Rytz. «Als Fichen-Läuferin durftest du keinesfalls ein Zeitfenster verpassen. Wenn die alphabetische Reihe an einem nicht permanent gehandelten Titel war und sich ein entsprechender Auftrag im Topf befand, musste ich damit ‹gisch was häsch› an den Ring.»

Schnell zum besten Preis
Auftragseingang – Informationsübermittlung – Handelsabschluss: Was 1985 noch eine konditionelle Höchstleistung war, erledigen heute Computer. Die elektronische Plattform der Schweizer Börse macht den Deal innerhalb eines Wimpernschlags, verlässlich nach den immer gleichen Regeln. 37 Mikrosekunden beträgt diese konstante Latenz. Das Gewusel am Börsenparkett, das Geschrei der Händler – alles passé. «Unser elektronisches Handelssystem ist vorhersagbar und höchst verlässlich», sagt Christoph Landis, Division CEO Swiss Exchange. «Kein Händler muss aufgrund einer unsicheren Informationslage Risikoaufschläge einkalkulieren. Kauf- und Verkaufspreise entsprechen Angebot und Nachfrage.»