KIDS für PRIIPs

KIDS für PRIIPs

Herausgeber von komplexen Anlageprodukten sind per 2017 verpflichtet, Inhalt und Form sowie Chancen und Risiken ihrer Produkte zu deklarieren – für jedermann klar und verständlich.

Die Mühlen der Behörden mahlen langsam. Aber sie mahlen: Im Nachgang zur Finanzkrise von 2008 hat die Europäische Union 2014 mehrere Verordnungen erlassen, um ein Problem anzugehen, das für den Zusammenbruch der Finanzmärkte mit verantwortlich war: Investitionen in Finanzprodukte, die kein Nicht-Profi, kein Kleinanleger versteht. Viele von ihnen haben Ahnungslosigkeit und Unbekümmertheit teuer bezahlt. Die Ressentiments sind gross, das Vertrauen ist dahin. Das behördlich verschriebene Heilmittel? Transparenz.

Im EWR braucht ab 1. Januar 2017 daher jedes PRIIP ein KID. PRIIP steht für Packaged Retail- and Insurancebased Investment Product, auf Deutsch: «verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte». PRIIPs sind unter anderem Investmentfonds, Optionen, Derivate und fondsgebundene Lebensversicherungen – mitunter hoch komplexe Wertpapierkonstrukte, bei denen der Rückzahlungsanspruch des Kleinanlegers Schwankungen unterliegt. KID wiederum ist die Abkürzung für Key Information Document, auf Deutsch «Basisinformationsblatt», und erfüllt den Zweck des Beipackzettels bei Medikamenten: Anleger sollen Merkmale, Chancen und Risiken eines PRIIP kennen, auf dass sie wissen, worauf sie sich einlassen.