Daten sind die Zukunft – und Sie werden sie generieren, kontrollieren und zu Geld machen können


Daten sind die Zukunft – und Sie werden sie generieren, kontrollieren und zu Geld machen können

Daten werden auch als der wertvollste Rohstoff der Welt bezeichnet. Wie werden sie das Anlegen in Zukunft verändern? Wem gehören sie? Welche Infrastruktur braucht es dazu? Einordnung bietet das neue unser neues White Paper zu «Data, the Future of Financial Information». Das wahrscheinlichste Szenario möchte ich hier zusammenfassen.

«90 Prozent der Daten in der Welt wurden in den letzten zwei Jahren kreiert». Dieses Zitat fehlt bei kaum einer Präsentation über die Datenbranche. Unerwähnt bleibt jedoch meist, dass diese Erkenntnis eines norwegischen Think-Tanks bereits über sechs Jahre alt ist. Seither hat die globale Datenmenge nochmals exponentiell zugenommen und der «Peak Data» scheint noch lange nicht erreicht. Der Begriff «Peak» stammt aus der Rohstoffindustrie und tatsächlich bezeichnete The Economist bereits 2017 in einer Titelgeschichte Daten als das neue Erdöl, sie seien heute gar der «wertvollste Rohstoff der Welt».

Es überrascht darum wenig, dass Daten die Zukunft der Finanzinformationen sind. Doch unser White Paper zeigt, dass um diese Konstante, tiefgreifende Umwälzungen stattfinden werden. Ausser der enormen Bedeutung der Daten, scheint nichts mehr so zu bleiben wie in der Vergangenheit.

Im Folgenden werden ich die das wahrscheinlichste von fünf möglichen Szenarien für das Jahr 2030 zusammenfassen. Die Menschen haben mehr Freiheiten, Rechte und Möglichkeiten –sowohl als Asset- oder Daten-Besitzer wie auch als Investoren:

  1. Asset-Besitzer: Jede Person kann seine Vermögenswerte investierbar machen, indem sie Rechte dafür schafft.

    Die Anzahl investierbarer Vermögenswerte ist explodiert, das Spektrum reicht von Sitzplätzen in einem Restaurant, zu Nutzungsrechten an einem Parkplatz, zu Rechten auf einen Anteil am zukünftigen Einkommen eines Studierenden, zu den Nutzungsrechten eines Zimmers. Neue Anlagemöglichkeiten erfordern neue Daten für deren Bewertung.

    Die Digitalisierung und Automatisierung haben den Prozess der Definition/Beschreibung digitaler und nicht-digitaler Assets und die Schaffung von Rechten an diesen Assets vereinfacht – und damit den Geld- und Zeitaufwand reduziert, um einen Asset «investitionsfähig» zu machen. Digitale Plattformen eröffnen den Zugang zu einem globalen Markt, was es wesentlich attraktiver macht, Vermögenswerte investierbar zu machen.

  2. Daten-Besitzer: Jede Person kann die Nutzung seiner Daten kontrollieren und Rechte dafür schaffen.

    Regierungen haben umfangreiche Massnahmen ergriffen, um Eigentumsrechte und mehr Wettbewerb im digitalen Bereich durchzusetzen. Die Nutzer können Dienstleister an der Verwendung ihrer Daten hindern und dafür Dritten Zugang gewähren – zu Daten, die ihnen zuvor möglicherweise nicht zugänglich waren, da die Dienstleister sie für sich behielten.

    Alles, was wir tun, produziert digitale Daten. Soziale Interaktionen finden im virtuellen Raum statt (Chat, VR). Die Erfahrungen aus der Praxis werden durch eine digitale Ebene (Sprachschnittstellen und/oder AR) ergänzt. Alltagsgegenstände teilen Geräten mit, wie sie mit ihnen interagieren sollen (die Kleidung sagt zum Beispiel den Waschmaschinen, wie sie sie behandeln sollen).

    Der Datenschutz erfordert, dass die Rohdaten dort gespeichert werden, wo sie erzeugt werden, immer verschlüsselt sind, und nie geteilt werden. Sichere und die Privatsphäre schützende Systeme sind eine grundlegender Teil der Infrastruktur für Finanzinformationen. Das hat die Bereitschaft der Datenbesitzer gesteigert, den Zugriff auf ihre (sensiblen) Daten zu teilen und diese zu monetarisieren. Die Datenmenge, die Dritten zugänglich ist, hat sich dadurch erhöht.

  3. Investoren: Jede Person kann in perfekter Übereinstimmung mit dem, was ihr wichtig ist, investieren

    Angetrieben von der Explosion neuer (zugänglicher) digitaler Daten haben sich alternative Daten neben traditionellen Finanzinformationen als wichtige Entscheidungsgrundlage für Investitionen etabliert. Es gibt Daten, die es den Anlegern ermöglichen, investierbare Vermögenswerte in jeder Dimension zu bewerten, um ihnen zu helfen, ihre Investitionen besser auf ihre Präferenzen abzustimmen. 

    Wenn neue Arten von Vermögenswerten investierbar werden, können weitere Datentypen und Quellen zu relevanten Inputs für die Investitionsentscheidung werden. So spielen bereits heute Soziale Auswirkungen und Nachhaltigkeitsaspekte (ESG-Daten) in Bezug auf Investitionsentscheidungen eine wichtige Rolle. Die Anleger entscheiden weiterhin selber, doch sie delegieren die meisten ihrer Anlageentscheidungen an professionelle Vermögensverwalter (z.B. Fonds, kollektive oder individuelle Mandate). Massgeschneiderte Robo-Fonds, bei denen Algorithmen automatisch Investitionsentscheidungen treffen, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.