Trader Survey 2020: digitale Vermögenswerte im Aufwind


Trader Survey 2020: digitale Vermögenswerte im Aufwind

Die Märkte entwickeln sich rasant. Inmitten all der Disruption und Volatilität gaben Händler in der jüngsten Branchenumfrage der Schweizer Börse ihre Ansichten und Prognosen zu einem breiten Spektrum von Themen ab.
Tony Shaw, Executive Director, London Office und Head Sales UK & Ireland bei der Schweizer Börse, analysiert die Ergebnisse der Umfrage genauer.

Das Zeitalter der digitalen Anlagen beginnt

Die Begeisterung der Branche für digitale Vermögenswerte nimmt zu. Zwei Drittel der befragten Marktteilnehmer gaben in unserer Umfrage an, dass das Interesse ihrer eigenen Kunden an diesen Instrumenten zunimmt. Darüber hinaus sind die Händler hinsichtlich des Potenzials von digitalen Anlagen und Kryptoprodukten äusserst optimistisch, wobei 80 % eine langfristig steigende Nachfrage prognostizieren. Marktnutzer sind zudem der Meinung, dass digitale Anlagen dazu beitragen werden, Kostensynergien zu erzeugen, indem Handels- und Abwicklungsprozesse rationalisiert und die Gesamthandelskosten gesenkt werden.

Diese Instrumente ziehen das Interesse auf sich. Beispielsweise verzeichnete die Schweizer Börse im vergangenen Jahr deutlich höhere Handelsvolumina bei Produkten mit Krypto-Währungen als Basiswert. Während das Gesamtvolumen im Jahr 2018 um +8,5% stieg, betrug der Anstieg bei Kryptoprodukten +17% und erreichte 518,2 Millionen CHF. Hinsichtlich der Anzahl der Transaktionen gab es mit insgesamt 19‘636 Abschlüssen einen Anstieg von +21% im Vergleich zum Vorjahr. Wir als Unternehmen sind uns des Potenzials digitaler Vermögenswerte voll bewusst, was durch die Entwicklung der SIX Digital Exchange (SDX), einer vollständig integrierten Emissions-, Handels-, Abwicklungs- und Verwahrungsinfrastruktur für digitale Vermögenswerte, belegt wird.

Künstliche Intelligenz wird den Handel umgestalten

Laut Händlern wird von der künstlichen Intelligenz (KI) erwartet, dass sie viele Vorteile für die Marktoperationen bringt. Zwei Drittel der Befragten erwarten, dass die KI mehr Möglichkeiten für ein traditionelles Aktiengeschäft schaffen wird, während eine ähnliche Anzahl von Befragten erwartet, dass die Technologie die Kosten für den Handel senkt. Innovationen in diesem Bereich werden zu Schlüsselfaktoren, die unsere Branche dabei unterstützen, zukünftigen Risiken und Herausforderungen auf dem Markt effektiver zu begegnen.

Breite Unterstützung für kürzere Handelszeiten

In Europa wird der Ruf nach kürzeren Handelszeiten immer lauter, und dies wird von Branchengruppen wie der Investment Association (IA) angeführt. Die IA setzt sich dafür ein, die Börsenhandelszeiten von 8,5 auf 6,5 Stunden zu verkürzen, um die Branche für Frauen und berufstätige Eltern zugänglicher zu machen. Wir stellten fest, dass die Händler die Initiative weitgehend unterstützten, dabei sagten viele, dass sie sogar operative Vorteile mit sich bringen könnten. Zum Beispiel sind 36% der Händler der Meinung, dass die Einführung kürzerer Handelszeiten zu einer grösseren Marktliquidität führen würde, obwohl 6% glaubten, dass dies die Kosten in die Höhe treiben könnte.

Makro-Ausblick

Da die Geopolitik zunehmend die allgemeine Marktstimmung prägt, war es nicht überraschend, dass vier Fünftel der Händler angaben, dass ihre Strategien bis zu einem gewissen Grad von Donald Trumps Twitter-Aktivitäten beeinflusst werden. Drei Viertel der Händler glauben, dass die US-Wahl die Handelsaktivitäten im Jahr 2020 vorantreiben wird, während 65 % der Händler einräumten, dass Handelskriege ebenfalls Auswirkungen haben würden. Interessanterweise wurde Brexit nur von 39% der Befragten als ein Faktor identifiziert, der die Handelsaktivitäten beeinflussen würde. Und schliesslich scheinen die Händler hinsichtlich des Zustands der Weltwirtschaft eher pessimistisch zu sein, denn 58% bereiten sich auf eine globale Rezession vor. Dennoch sagen 42% der Befragten voraus, dass die makroökonomischen Bedingungen in den nächsten drei Jahren ziemlich stabil sein werden.

Fazit

Auch wenn Fortschritte in Technologien wie digitalen Anlagen und künstlicher Intelligenz für die Handelsgemeinschaft weitreichende positive Veränderungen bewirken könnten, zeigt der Markt im makroökonomischen Kontext weiterhin eine negative Tendenz.