Kartenbetrug schwer gemacht


Kartenbetrug schwer gemacht

Debitkarten sind nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel der Schweizer Bevölkerung. Seit Sommer 2020 geben verschiedene Finanzinstitute laufend die neue Generation von Debitkarten mit erweiterten Funktionen heraus. Durch neue Einsatzmöglichkeiten ohne physische Debitkarte gewinnt das Thema Prävention gegen Kartenbetrug an Bedeutung. Für Nutzer ist ein aufmerksamer Umgang mit Kartendaten essenziell, um diese zu schützen.

SIX startet deshalb mit einer Interview-Serie und befragt Experten zum Thema Prävention gegen Kartenbetrug. Den Anfang macht Christoph Müller, SIX, Head Ecosystem Debit & Mobile Services.

Seit einigen Monaten werden neue Debitkarten herausgegeben. Was hat es mit diesen Karten auf sich?

Die neuen Debitkarten können neu auch im eCommerce eingesetzt werden, zum Beispiel bei Onlineshop-Bestellungen oder für Hotel- und Mietwagenreservationen. Zusätzlich können Kartennutzer ihre täglichen Einkäufe oder beim Shopping einfach und sicher mit dem Smartphone bezahlen. Die Debitkarten sind somit nicht länger nur noch physisch einsetzbar, sondern neu auch in der virtuellen Welt. Mobile Payment entspricht einem grossen Bedürfnis der Kartennutzer. Die Abrechnung erfolgt nach wie vor direkt und schnell auf dem eigenen Konto. So hat man alle Ausgaben auf einem Blick.

Können die Debitkarten weiterhin an jedem Terminal im In- und Ausland eingesetzt werden?

Ja, Karteninhaber können weiterhin im In- und Ausland an Bancomaten Bargeld beziehen oder Waren und Dienstleistungen bargeldlos bezahlen.

Wie viele neue Debitkarten kommen in den Schweizer Markt?

In der Schweiz sind rund acht Millionen Debitkarten im Umlauf, davon sind aktuell ca. 10 % von der neuen Generation. Die Banken haben unterschiedliche Strategien bezüglich der Lancierung der neuen Karten. Einzelne wechseln gleich auf einen Schlag alle aus, andere nehmen sich bis zu drei Jahre Zeit. Somit kann man davon ausgehen, dass bis Ende 2023 nur noch neue Debitkarten im Umlauf sein werden.  

Wie sicher sind die neuen Debitkarten?

Die Debitkarte ist und bleibt sehr sicher. Die bisherigen Zahlungsmöglichkeiten (z. B. am Terminal im Laden) haben dank neuster Technologien eine äusserst tiefe Betrugsquote. Durch den Einsatz der Karten im eCommerce Bereich gewinnt das Thema Betrugsprävention ohne physische Karte, z. B. Phishing, an Bedeutung.

Welche Rolle spielt SIX dabei?

SIX betreibt mit PRISMA (Payment Risk Management) eine hochwirksame Plattform zur Betrugserkennung, -prävention und -bekämpfung. Wir setzen auf eine leistungsstarke Überwachung, die betrügerische Aktivitäten mithilfe modernster, in Echtzeit betriebener Systeme treffsicher erkennt. Durch den Einsatz selbstlernender Technologien und aktives Regelmanagement kann dynamisch und schnell auf neue Betrugsmuster reagiert werden.

In unserem Fraud Competence Center arbeitet ausserdem ein Team von Datenspezialisten und -analysten, die entstehende und wechselnde Betrugstendenzen erkennen, proaktiv minimieren und dabei die Leistungsfähigkeit der Regeln optimieren. Mit der Kombination von effizienten Systemen und einem Team von Spezialisten erfüllen wir höchste Sicherheitsanforderungen.

Unsere Einheit Fraud Operations agiert als Schnittstelle zwischen Fraud Competence Center und den Banken, die Debitkarten herausgeben. Sie stellt sicher, dass Karteninhaber bei verdächtigen Transaktionen proaktiv kontaktiert bzw. bei bestätigtem Kartenmissbrauch optimal unterstützt werden.

Gibt es eine koordinierte Zusammenarbeit bei der Prävention gegen Kartenbetrug?

SIX arbeitet seit Jahren sehr eng mit der der Polizei zusammen. Gemeinsam betreiben wir die Präventionsplattform card-security.ch. Karteninhaber werden dabei über verschiedene Kanäle zum Thema Kartensicherheit informiert und sensibilisiert, wie man sich vor Missbrauch schützen kann.

Phishing

Beim Phishing versuchen die Täter über gefälschte Websites, E-Mails oder Instant Messages an vertrauliche Karteninformationen zu gelangen. Sie fordern ihre potenziellen Opfer auf, Informationen wie Kartennummer oder PIN anzugeben, online zu bestätigen oder zu ändern. Die Betrüger fälschen dabei auf sehr professionelle Art und Weise ganze Webseiten oder E-Mail-Absender von Finanzinstituten.

Ähnlich gehen die Täter beim Vishing vor, auch Voice Phishing genannt. Mittels automatisierter Anrufe via Internet versuchen sie den potenziellen Opfern Karteninformationen zu entlocken.

Quelle: card-security.ch