eBill: Weniger Treibhausgase im Schweizer Zahlungsverkehr dank digitaler Abwicklung und Aufbewahrung von Rechnungen


eBill: Weniger Treibhausgase im Schweizer Zahlungsverkehr dank digitaler Abwicklung und Aufbewahrung von Rechnungen

Mit mehr als 50 Millionen Transaktionen konnte sich eBill 2021 in der Schweiz als digitaler Rechnungsstandard etablieren. Auch die Umwelt profitiert. Erfahren Sie, wie viel Treibhausgase die digitale Abwicklung und Aufbewahrung von Rechnungen im Vergleich mit Papierrechnungen einsparen kann.

In der Schweiz versenden Rechnungssteller immer noch 74 % von insgesamt 1 Milliarde Rechnungen pro Jahr in Papierform. Das wirkt sich negativ auf die Schweizer Klimabilanz aus. Dank der zunehmenden Verbreitung der digitalen Rechnungsstellung via eBill trägt SIX zu einer deutlichen Reduktion der im Schweizer Zahlungsverkehr verursachten Treibhausgase bei.

Drei Rechnungsarten im Vergleich

Eine von carbon-connect AG im Auftrag von SIX durchgeführte und 2022 publizierte Studie vergleicht die drei wichtigsten Rechnungsarten in der Schweiz hinsichtlich ihres CO2-Fussabdrucks: Papierrechnungen per Post, elektronische Rechnungen via E-Mail und digitale Rechnungen über eBill.

Für die Treibhausgasbilanz der unterschiedlichen Rechnungsarten wurden alle relevanten Prozesse berücksichtigt:

  • Papierrechnung: Der Rechnungssteller druckt die Rechnung und versendet sie per Post an die Empfängerinnen und Empfänger. Die Bezahlung erfolgt entweder via E-Banking oder am Postschalter (Annahme: 18 % der Rechnungen werden am Schalter bezahlt). Es resultieren sowohl Strom- wie auch Druckmaterial- und Treibstoffverbrauch.
  • E-Mail-Rechnungen: Der Rechnungssteller versendet die Rechnung per E-Mail an die Empfängerinnen und Empfänger, die sie online via E-Banking bezahlen können. Gegenüber der Papierrechnung resultiert ein leicht höherer Stromverbrauch. Der Druckmaterialverbrauch (Annahme: 20 % der Rechnungen werden ausgedruckt) und der Treibstoffverbrauch (Annahme: 5 % der Rechnungen werden am Schalter bezahlt) sind gering.
  • eBill: Im Gegensatz zur Papier- und E-Mail-Rechnung erhalten die Rechnungsempfängerinnen und -empfänger bei eBill keinen Einzahlungsschein. Wenn eine neue eBill-Rechnung im E-Banking eingetroffen ist, muss sie nur noch freigegeben werden. Es resultiert demnach nur ein Stromverbrauch (Annahme: Bei einer rein digitalen Abwicklung und Aufbewahrung entfällt das Ausdrucken der Rechnungen.).

Eine eBill-Rechnung verursacht 87 % weniger Treibhausgase als eine Papierrechnung

Mit den oben genannten Ausführungen zu den Rechnungsarten sowie den zugrundeliegenden Annahmen lassen sich die Treibhausgasemissionen des gesamtschweizerischen Rechnungsverkehrs abschätzen (Basis: Emissionen pro Rechnung, im Jahr 2021 generiertes Rechnungsvolumen). 91 % verfallen auf die Papierrechnung*:

  • Emissionen Papierrechnung: Eine Papierrechnung verursacht einen durchschnittlichen Ausstoss von circa 76 Gramm CO2-Äquivalente, wobei der Hauptanteil der Emissionen auf die Bezahlung am Postschalter und den Druck der Rechnung zurückzuführen ist. Wird die Papierrechnung via E-Banking bezahlt, fallen pro Papierrechnung gesamthaft gut 54 Gramm CO2-Äquivalente an, bei der Bezahlung am Schalter rund 176 Gramm CO2-Äquivalente. Die Emissionen des gesamten Rechnungsprozesses sind somit stark davon abhängig, wie die Rechnung bezahlt wird.
  • Emissionen E-Mail-Rechnung: Pro Rechnung, die per E-Mail versendet und gemäss Annahme nur selten ausgedruckt wird, kann von durchschnittlich 23 Gramm CO2-Äquivalente ausgegangen werden. Auch die Emissionsbelastung der E-Mail-Rechnung zeigt eine starke Abhängigkeit von der Art der Bezahlung: Wird die Rechnung rein digital verarbeitet und via E-Banking bezahlt, fallen lediglich gut 17 Gramm CO2-Äquivalente pro Rechnung an. Die Bezahlung am Postschalter verursacht schätzungsweise rund 139 Gramm CO2-Äquivalente.
  • Emissionen eBill-Rechnung: Pro eBill-Rechnung fallen bei rein digitaler Abwicklung und Aufbewahrung circa 10 Gramm CO2-Äquivalente an. Der grösste Anteil an den gesamten Emissionen ist auf die Rechnungserstellung zurückzuführen. Die digitale Abwicklung, das heisst ohne Emissionen beim Druck und ohne zurückgelegte Distanz zur Poststelle, würde zu 87 % (gegenüber Papierrechnungen) bzw. 57 % (gegenüber E-Mail-Rechnungen) weniger Ausstoss von Treibhausgasen führen. 

*Quelle: Nachhaltigkeit im Rechnungswesen, 2022

Was ist eBill?

Seit 2018 können Unternehmen in der Schweiz Rechnungen über eBill von SIX versenden und ihren Kundinnen und Kunden ermöglichen, diese gänzlich digital zu empfangen, zu prüfen und zu bezahlen. Mit eBill erhalten diese ihre Rechnungen nicht mehr per Post oder E-Mail, sondern direkt im E-Banking – genau dort, wo sie sie auch bezahlen. Aktuell setzen über zwei Millionen Schweizer Rechnungsempfängerinnen und -empfänger auf eBill.

60 % weniger Treibhausgase bis 2028 dank eBill

SIX strebt an, dass bis 2028 rund 80 % aller Rechnungen in der Schweiz digital via eBill abgewickelt werden. Bei gleichbleibendem Rechnungsvolumen könnte dies angesichts der oben dargelegten Berechnungen zu einer Emissionsreduktion im Schweizer Zahlungsverkehr von rund 60 % führen. Bei einer jährlichen Speicherkapazität von etwa 6 Tonnen CO2-Äquivalente pro Hektare Wald würde das 7000 Hektaren Waldfläche oder ca. 0,5 % des Schweizer Waldes entsprechen.

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