Future of Wealth Management

Future of Wealth Management

Harvesting the Power of Data and Technology

Der Hintergrund


Die Vermögensverwaltung gilt als eines der bedeutendsten Geschäftsfelder der Schweizer Finanzbranche, in der Billionen Schweizer Franken an Privatvermögen von einheimischen Banken verwaltet werden. Wie auch andere Finanzbereiche ist die Vermögensverwaltungsbranche jedoch mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, besonders im Hinblick auf Technologie und den Umgang mit Daten. Gepaart mit klaren Trends wie der digitalen Transformation, Veränderungen der Kundenbedürfnisse, dynamischen Regulierungsrahmen und dem Markteintritt neuer Mitbewerber schafft diese Situation Ungewissheit bezüglich der zukünftigen Gestalt des Schweizer Vermögensverwaltungsgeschäfts. 

Das Whitepaper «Future of Wealth Management: Harvesting the Power of Data and Technology» («Die Zukunft der Vermögensverwaltung: das Potenzial von Daten und Technologien ausschöpfen») ist aus einem gemeinsamen Projekt von SIX und der Hochschule Luzern (HSLU) hervorgegangen und geht dieser Frage auf den Grund. Es soll die Branche dabei unterstützen, die stattfindenden Veränderungen nachzuvollziehen und die möglichen Folgen für die Zukunft der Vermögensverwaltung besser einzuschätzen.

Fakten und Zahlen

240 240

Banken und viele andere Teilnehmer wie Family Offices bilden den Schweizer Finanzplatz und unabhängige Vermögensverwalter

CHF 3.7 Billionen CHF 3.7 Billionen

der bei Schweizer Banken verwalteten Privatvermögen seit 2019

46% 46%

des gesamten bei Banken in der Schweiz verwalteten Vermögens (7,9 Billionen CHF) für Privat-, Firmen- und institutionelle Kunden

Teil 1: Status quo der Schweizer Vermögensverwaltung

Dieser Teil gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Schweizer Vermögensverwaltung mit Beschreibungen der Grösse der Branche und des aktuellen Geschäftsmodells, der Wertschöpfungskette, der Herausforderungen und der Schmerzpunkte.

Die Schweiz ist das weltweit führende Zentrum für grenzüberschreitende Vermögen, mit 62% der 3,7 Billionen CHF an Privatvermögen die 2019 von ausländischen Kunden stammen. Zu den wichtigsten Herausforderungen, mit denen die Schweizer Vermögensverwaltungsbranche heute konfrontiert ist, gehören: eine Diskrepanz zwischen der strategischen Relevanz von Asset- und Kundenbeziehungsmanagement und unzureichenden Kompetenzen in diesen Bereichen, unzureichende IT-Kenntnisse, mangelnde Datenmengen und -qualität, Datenfriedhöfe sowie gleichzeitig sinkende Rentabilität, begrenzte Kundenzugang, steigende Lohnkosten und regulatorische Anforderungen.

Teil 2: Wichtige Entwicklungen innerhalb der Schweizer Vermögensverwaltung

Der zweite Teil beleuchtet aktuelle globale Trends und Werttreiber, die für die künftige Vermögensverwaltung relevant sind, wobei Daten- und Technologietreibern wie offenen finanziellen Ökosysteme, Daten und Analysen sowie Nachhaltigkeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Es gibt eine Vielzahl von sozialen, technologischen, wirtschaftlichen und politischen Makrotrends, von denen wir erwarten, dass sie das Geschäftsmodell und die Wertschöpfungskette im Wealth Management entscheidend prägen werden (siehe nachfolgende Abbildung).

Diese Makrotrends können in drei Haupttreiber unterteilt werden:

  • Offene finanzielle Ökosysteme: Diese erleichtern die Interaktion und den Austausch zwischen den Akteuren der Branche und ermöglichen neue Geschäftsmodelle.
  • Verstärkte Wertschöpfung durch Daten und Datenanalyse: Der fortschrittliche Einsatz von Daten macht es insbesondere möglich, Vermögensverwaltungslösungen effizient auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen. 
  • Nachhaltigkeit: entwickelt sich neben der Risikoaversion, den Renditeerwartungen und Liquiditätsbeschränkungen der Kunden zu einer weiteren Säule des Anlageprozesses.

Der Bereich der Steuern ist ein weiterer Bereich, der sich ständig verändert

Die Einführung eines transparenten globalen Steuermeldeverfahrens über den automatischen Informationsaustausch und die Offenlegungspflicht für Steuerkosten im Rahmen der Anlegerschutzrichtlinien haben sich tiefgreifend auf die Besteuerung von Finanzprodukten ausgewirkt, die in der Schweizer und internationalen Vermögensverwaltung eingesetzt werden. Für die Hersteller und Vertreiber stellen der Gemeinsame Meldestandard (CRS) und die Produktoffenlegungspflicht eine Vorgabe für die Offenlegung der mit den Produkten verbundenen direkten und indirekten Steuerkosten dar. Die Identifizierung potenziell steuerschädlicher Produkte ist daher zu einer Pflicht für Finanzberater geworden, die bei der Anlageberatung berücksichtigt werden muss. Die Abstimmung der Produkteignung mit den Anforderungen an die steuerliche Eignung ist zwar mit Kosten verbunden, doch die Diskrepanzen zwischen der internationalen Marktregulierung (MiFID II) und der nationalen Steuerregulierung ermöglichen es den Vermögensverwaltungsunternehmen, Dienstleistungen mit Mehrwert anzubieten, die von einem kundenorientierten Ansatz geleitet werden. Die steuerliche Eignung bietet daher neue Möglichkeiten für Vermögensverwaltungsfirmen, über die Besteuerung von Finanzprodukten zu sprechen, die unabhängig vom Thema der Steuerhinterziehung angeboten werden.

Teil 3: Auswirkungen auf die Schweizer Vermögensverwaltung

Ausgehend vom aktuellen Stand der Schweizer Vermögensverwaltung lassen sich vier wesentliche daten- und technologiegetriebene Auswirkungen für die Branche ableiten. Diese sind:

Zusammenfassung

Die Schweizer Vermögensverwaltung steht unter Veränderungsdruck und muss ihr Geschäftsmodell und ihre Wertschöpfungskette anpassen. Die Branche ist insbesondere gefordert, die Entwicklungen hin zu einer datengetriebenen Wertschöpfung durch offene finanzielle Ökosysteme proaktiv aufzugreifen und die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit zu verinnerlichen. Wenn dies gelingt, wird die Schweiz auch in Zukunft ihre Position als einer der führenden Standorte für die Vermögensverwaltung behaupten können.