Vier Fragen zum Internet of Payments – und die Antworten dazu


Vier Fragen zum Internet of Payments – und die Antworten dazu

Im Internet of Things kommunizieren Geräte selbstständig miteinander. Um tatsächlich auch handeln zu können, fehlt ihnen heute häufig noch eine Komponente: der Zahlvorgang.

An den Begriff Internet der Dinge, beziehungsweise Internet of Things (IoT), haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Immer mehr vernetzte Geräte begegnen uns im Alltag. Heute gibt es fast alles mit Internetzugang, von der Smartwatch bis zum Küchengerät. Die intelligenten Geräte können im Prinzip alle möglichen Dinge selbstständig erledigen. Doch es gibt ein Problem: zum selbstständigen Handeln gehört es auch Geld auszugeben. Das IoT kann sein volles Potenzial nur entfalten, wenn wir den Geräten erlauben, untereinander zu handeln – natürlich nur solange die Konsumenten damit einverstanden sind. Beispielsweise könnte ein vernetztes Auto, wenn es ein Parkhaus verlässt, die Rechnung selbständig am ebenfalls vernetzten Parkautomaten begleichen. 

Das wirft vier grundsätzliche Fragen auf:

1. Kommt jetzt das Internet of Payments?

Elemente davon existieren auf jeden Fall schon seit geraumer Zeit. Eine flächendeckende Implementierung von Bezahlfunktionen in vernetzte Geräte ist aber noch nicht gegeben. Vor einigen Jahren führte Amazon die sogenannten Dash Buttons ein, damit lassen sich per Knopfdruck vorher definierte Artikel einer Marke bestellen – zum Beispiel Waschmittel. Die Waschmaschine wird dadurch im Prinzip Teil des Internet of Payment. Im März 2018 hat allerdings das Landgericht München entschieden, dass die Buttons in ihrer jetzigen Form gegen geltendes deutsches Recht verstossen. Die Konsumenten würden vor der Transaktion nicht über den Kaufpreis des Produkts informiert, da die Dash Buttons über kein Display verfügen. Ausserdem wüssten diese eventuell beim Betätigen des Knopfs gar nicht mehr genau, welche Produktvariante sie einmal damit verknüpft haben. Das bringt uns zur nächsten Frage.

2. Wie sicher wäre das Internet of Payments?

Die Konsumenten müssen stets die Kontrolle behalten über Einkäufe, die Geräte in ihrem Namen tätigen. Wirksame Verschlüsselung und Information der Konsumenten während des Bestellens sind dabei wesentliche Elemente. Integrierte Authentifizierung, hier ist von einer einfachen PIN bis zu Biometrie vieles möglich, beugt Missbrauch vor und stärkt das Vertrauen der Konsumenten in die Technologie. Statt nachträglich aufzurüsten, sollten Geräteanbieter die Bezahlfunktion darum von Anfang an einplanen. Sie sollten aber auch die Grenzen der neuen Möglichkeiten erkennen. Es macht wenig Sinn Bezahlfunktionen wahllos in jedes Gerät zu integrieren. Durchdacht eingesetzt können sie für Unternehmen aber zusätzlichen Umsatz generieren und gleichzeitig das Leben der Konsumenten vereinfachen. 

3. Inwiefern beeinflusst der Datenschutz die Entwicklung des Internet of Payments? 

Der Datenschutz spielt eine wichtige Rolle. Für Händler sind besonders Pull-Payments, wie das klassische Lastschriftverfahren, interessant, die sich sehr leicht automatisieren lassen. Doch werden die Konsumenten immer vorsichtiger bei der Herausgabe ihrer persönlichen Daten. Daher sollen zukünftig auch Push-Payments, die von den Konsumenten ausgelöst werden können und bei denen sie die volle Kontrolle über ihre Daten behalten, automatisiert werden. Durch diese Entwicklungen werden Händler in Zukunft mit einer Vielzahl verschiedener Bezahlarten konfrontiert. Umso wichtiger werden Lösungen, die alle diese Zahlungsarten beherrschen und die Verwaltung über eine integrierte Plattform ermöglichen.

4. Welchen Einfluss hätte das Internet of Payments auf die Entwicklung von Märkten? 

Fest steht: Das IoT und die immer weiter fortschreitende Vernetzung der Welt werden ein Megatrend bleiben. Das beeinflusst auch das Konsumverhalten. Während heute sehr oft der Preis das entscheidende Kaufkriterium ist, werden sich die Konsumenten in Zukunft vermehrt für das Produkt entscheiden, für das sie sich gar nicht selbst entscheiden müssen, weil das eben automatisch geschieht. Dadurch, dass der Bezahlvorgang oft gar keinen Griff mehr in den physisch vorhandenen Geldbeutel erfordert, steigt vielfach die Bereitschaft der Konsumenten Geld auszugeben. Anders formuliert, Bequemlichkeit siegt über Sparsamkeit. In einem solchen Szenario werden Marktanteile weniger über den Preis als über Exklusivpartnerschaften erobert. 

Solche Exklusivpartnerschaften ermöglichen beispielsweise eine Plattform wie sie SIX mit ThingsBy7 zurzeit testet. Die Händler platzieren darauf ihre Produkte und Dienstleistungen, die Betreiber, Anbieter von IoT-Geräten, greifen darauf zu. SIX als neutrale Instanz verknüpft die beiden Gruppen, koordiniert mit Logistikpartnern und wickelt die Zahlungen untereinander ab. 

ThingsBy7 war eines von 13 Start-ups, die zwischen Januar und August 2018 im F10 Fintech Incubator & Accelerator am Batch «Prototype to Product» teilgenommen haben. Die 200 Besucher des abschliessenden Demo Day haben ThingsBy7 zum besten Start-up gekürt.

Mehr Informationen: thingsbyseven.com