Sonderausstellung: 30 Jahre SMI und warum Aktien auch ins Museum gehören


Sonderausstellung: 30 Jahre SMI und warum Aktien auch ins Museum gehören

Gewinnorientierte Unternehmen müssen bei Bedarf Geldmittel an den Kapitalmärkten aufnehmen können. Die Ausgabe von Aktien ist dafür ein probates Mittel. Durch diese Funktion sind Aktien aber nicht nur wirtschaftlich relevant, die Wertpapiere sind auch geschichtlich interessant.

Die Museumslandschaft in der Schweiz ist enorm vielfältig: Mehr als 1100 Museen zählt das Bundesamt für Kultur, mit einem sehr breit gestreuten Angebot. Das Schweizer Finanzmuseum in Zürich ergänzt Bestehendes seit 2017 um einen wesentlichen Bestandteil: Einer Historie rund um den Finanzplatz Schweiz.

Indizes stellen nicht nur Kursverläufe dar, sie erzählen dem interessierten Beobachter echte Geschichten. Sie bilden den jeweiligen Zeitgeist ab, spiegeln wirtschaftliche Trends, aber auch menschliche Hoffnungen und Ängste. Denn jeder Aktienkauf ist letztlich eine Wette auf die Zukunft.

Dieses Jahr feiert der bekannteste Aktienindex der Schweiz, der Swiss Market Index (SMI), 30jähriges Bestehen. Höchste Zeit, dieser bekanntesten Kurve der Schweiz eine Sonderausstellung zu widmen. Denn genau so, wie Aktien an die Börse gehören, haben sie auch einen festen Platz in unserem Museum. Die Kursverläufe nach Ausgabe der Papiere, lassen Rückschlüsse auf geschichtliches und gesellschaftliches Geschehen zu.

SMI als Trendradar
Da Aktienkäufer oft auf zukünftige Entwicklungen setzen, machen die Kursverläufe des SMI sichtbar, welche Branchen in welchen Jahren von den Anlegern als besonders zukunftsfähig und wachstumsversprechend bewertet worden sind. Natürlich funktioniert das auch anders herum und zeigt, welche Branchen und Unternehmen sich auf dem absteigenden Ast befinden. Zumindest in der Wahrnehmung der Anleger.

Langfristiger Krisenindikator
Der SMI ist ein starker Indikator für anstehende und anhaltende Krisen. Die exportorientierte Schweizer Wirtschaft ist in enormen Mass von der Prosperität ausländischer Absatzmärkte abhängig. So zeigt der SMI des Jahres 2000 deutlich das Platzen der sogenannten Dotcom-Blase und die Befürchtungen der Anleger, was die folgende, wirtschaftliche Entwicklung betrifft.

Spiegel nationaler Tragödien
Nicht nur globale Entwicklungen spiegeln sich im SMI wider, gerade auch nationale Verwerfungen der wirtschaftlichen Landschaft zeigen sich deutlich: So hat eine der wohl spektakulärsten Unternehmenspleiten der jüngeren Schweizer Wirtschaftsgeschichte sichtbar Spuren nicht nur in der Kurve des SMI hinterlassen: Das Grounding, bzw. der darauf folgende Bankrott der Swissair Ende 2001.

Allen dramatischen Einbrüchen zum Trotz, haben die Blue Chips der Schweizer Wirtschaft in den vergangenen 30 Jahren bis heute um mehr als das sechsfache an Wert zugelegt. Auf Dauer zeichnet die Kurve des SMI ein Bild stetig wachsender Prosperität. Für die Zukunft lässt das hoffen.

Der SMI

Der Swiss Market Index (SMI) bildet die 20 liquidesten und grössten Titel aus dem Swiss Performance Index (SPI) Large- und Mid-Cap-Segment ab. Normiert wurde der SMI am 30. Juni 1988 auf 1500 Indexpunkte. In erster Linie steht er als nicht dividendenkorrigierter Index (Kursindex) zur Verfügung, wird aber auch als Performanceindex unter der Bezeichnung SMIC (SMI Cum Dividend) publiziert.