SEPA-Standardisierung

SEPA-Standardisierung

Die Vision von SEPA ist es, einen Euro-Zahlungsraum zu schaffen, in welchem der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr ebenso effizient abgewickelt werden kann wie der nationale Zahlungsverkehr in den einzelnen Staaten.

SEPA-Standardisierung

Die Schaffung des einheitlichen Euro-Zahlungsraums (SEPA) geht auf Initiative der EU-Behörden zur Integration des elektronischen Zahlungsverkehrs in Euro zurück. Der SEPA-Raum umfasst 36 Länder, darunter die Schweiz und Liechtenstein.

Die Vision von SEPA ist es, einen Euro-Zahlungsraum zu schaffen, in welchem der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr ebenso effizient abgewickelt werden kann wie der nationale Zahlungsverkehr in den einzelnen Staaten.

Koordinations- und Entscheidungsgremium der europäischen Bankenindustrie für den Zahlungsverkehr ist der European Payments Council (EPC). Dieser entwickelt u.a. die Verfahren für SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften, die helfen, den integrierten Euro-Zahlungsverkehrsmarkt zu realisieren.

Die Schweiz als Teil des SEPA-Raums

Im Jahr 2006 ist mit der Aufnahme der Schweiz in den Kreis der SEPA-Mitgliedsländer die ordnungspolitische Entscheidung des EPC gefallen. 

Voraussetzungen zur Teilnahme

Seit Januar 2008 können Überweisungen, seit November 2009 auch Lastschriften, nach den standardisierten und für alle Teilnehmerländer verbindlichen SEPA-Verfahren abgewickelt werden. Dabei haben auch die Schweizer Finanzinstitute die im Euro-Zahlungsraum geltenden Wettbewerbsbedingungen einzuhalten, sofern sie Euro-Zahlungen abwickeln. Darüber hinaus sind sie zwar an die EPC-Regelwerke, aber nicht an die EU-Verordnungen und -Richtlinien gebunden. 

Jedes Finanzinstitut, das an den SEPA-Verfahren teilnehmen möchte, muss eine Vereinbarung (Adherence Agreement) unterzeichnen und damit dem EPC zusichern, dass es sich vorbehaltlos an die SEPA-Regelwerke hält. Im Weiteren verlangt der EPC von jedem Teilnehmer ein Rechtsgutachten (Legal Opinion), das zusichert, dass das Institut die Anforderungen der SEPA-Verfahren erfüllen kann.

Im Auftrag des Finanzplatzes Schweiz unterstützt SIX Interbank Clearing in ihrer Rolle als National Adherence Support Organisation (NASO) die Schweizer Finanzinstitute in den administrativen Fragen und begleitet den Anmeldeprozess.

SEPA-Überweisungen

Grundlage für die Verarbeitung von SEPA-Überweisungen im einheitlichen Euro-Zahlungsraum ist das Regelwerk «SEPA Credit Transfer Scheme Rulebook». Es definiert Regeln, Abläufe und Standards während des Transfers vom Zahler an den Zahlungsempfänger.

Das Regelwerk legt unter anderem fest, dass

  • die am SEPA teilnehmenden Finanzinstitute für SEPA-konforme Überweisungen erreichbar sind und solche auch ausführen können
  • die Überweisung zwischen dem Institut des Zahlers und dem Institut des Zahlungsempfängers in Euro zu erfolgen hat
  • das Kundenbankkonto im einheitlichen Euro-Zahlungsraum geführt wird, nicht aber auf Euro lauten muss
  • eine maximale Überweisungsdauer festgelegt ist
  • es keine Betragslimiten gibt
  • die Transaktionen durch einheitliche Formate (ISO 20022) und Dateninhalte abgewickelt werden, unter anderem mit Angabe von IBAN und BIC
  • die Abläufe der Zahlung sowie der Rückweisungen und Rückleitungen einzuhalten sind.

SEPA-Überweisungen für Schweizer Finanzinstitute

Finanzinstitute, die am euroSIC-System teilnehmen, können mit minimalem technischen bzw. organisatorischen Aufwand (Verwendung einer Zahlungsart bzw. Abschluss einer Zusatzvereinbarung) SEPA-Überweisungen empfangen und senden.

Angebot

SEPA-Überweisungen
euroSIC-Teilnehmerbanken können mit minimalem Aufwand SEPA-Überweisungen empfangen und senden.

SEPA-Lastschriften

Grundlage für die Verarbeitung von SEPA-Lastschriften im einheitlichen Euro-Zahlungsraum bilden die vom European Payments Council verfassten Regelwerke für den Privat- und Firmenkundenbereich.

Im November 2009 wurden die SEPA-Lastschriftverfahren europaweit eingeführt. Finanzinstitute in der EU müssen zwingend daran teilnehmen. Die nationalen Verfahren – in der Schweiz LSV+ und BDD der Banken und Debit Direct der PostFinance – bleiben bis auf Weiteres bestehen.


Hauptvorteile von SEPA-Lastschriften

  • Einheitliche Lastschrift europaweit in 36 Ländern
  • Prozesse, Fristen und Formvorschriften international standardisiert
  • Trennung von Geld- und Informationsfluss (Avisierung erfolgt vor, Kontobelastung am Fälligkeitstag)
  • Durchgängige Mandatsreferenz auch bei Rückvergütungen möglich

SEPA-Basis- und SEPA-Firmenlastschriftverfahren

Grundlage für die Verarbeitung von SEPA-konformen Lastschriften für den Privatkundenbereich (Business to Customer) ist das Regelwerk SEPA-Basislastschriftverfahren (SEPA Core Direct Debit Scheme Rulebook). Es definiert die international gültigen Prozesse, Fristen und Formvorschriften (z.B. Mandatsverwaltung, einmalige und wiederkehrende Lastschriften) und legt unter anderem fest, dass

  • dem Zahler ein Widerspruchsrecht eingeräumt werden muss,
  • das Voravisieren des Zahlers durch den Zahlungsempfänger über einen kommenden Einzug nötig ist,
  • klar definierte Rückrechnungsprozesse (R-Transaktionen: Rückgabe, Rückruf, Rücküberweisung, Rückvergütung, Rückweisung) existieren und
  • die Transaktionen durch einheitliche Formate (ISO 20022) und Dateninhalte (IBAN und BIC) abgewickelt werden.

Das SEPA-Firmenlastschriftverfahren (SEPA Business-to-Business Direct Debit Scheme) wird für Firmenkunden als Zahlungsempfänger und Zahler eingesetzt und unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch vom SEPA-Basislastschriftverfahren, dass

  • der Zahler eine Bank oder ein Unternehmen sein muss,
  • dem Zahler kein Widerspruchsrecht eingeräumt werden muss,
  • eine Rückvergütung nach Kontobelastung des Zahlers nicht möglich ist und
  • kürzere Fristen angewendet werden können.

SEPA-Lastschriften für Institute in der Schweiz und Liechtenstein

Die Teilnahme von Schweizer und Liechtensteiner Finanzinstituten an den SEPA-Lastschriftverfahren bedingen unter anderem neue Verträge, neue Identifikationsnummern des Zahlungsempfängers (Creditor Identifier) und neue Belastungsermächtigungen (Mandate). Mandate sind die Voraussetzung, um bei Zahlern Einzüge zu tätigen. Damit ermächtigt der Zahler den Zahlungsempfänger, sein Konto beim angegebenen Finanzinstitut direkt zu belasten.

Angebot

Die SECB Swiss Euro Clearing Bank nimmt als direkter Teilnehmer am SEPA-Basislastschriftverfahren und SEPA-Firmenlastschriftverfahren der EBA teil und bietet SECB-Kunden die Möglichkeit der Teilnahme als indirekte Teilnehmer - sowohl als zahlendes, wie auch als gutzuschreibendes Institut.

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