Values


Erkunden Sie kulturelle und historische Perspektiven auf Zahlungsmethoden.

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Vor 5000 Jahren in China entdeckt, diente Tee als Genuss- und Zahlungsmittel. Aus Teeblättern getrocknet, zerkleinert, gesiebt, mit Wasserdampf behandelt und in Form gepresst, symbolisierte der Teeziegel Wohlstand und sozialen Status. Die essbare Währung war mit Prägemustern versehen, die Auskunft über Gewicht, Qualität oder Wert gaben. So konnte ein Tibeter noch im letzten Jahrhundert mit einem typischen 300-Gramm-Standardziegel acht Enten kaufen.

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1921

In der turbulenten Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als die Inflation in Deutschland rapide zunahm, griffen viele Städte zu ungewöhnlichen Massnahmen, um den Geldmangel zu überwinden. Eine der kreativen Lösungen war das Stoffgeld der Stadtsparkasse Bielefeld: aus Seide, Samt und Leinen. Jedes Stück ein kleines Kunstwerk, eingefasst mit aufwendigen Bordüren. «Wenn schon Notgeld, dann bitte mit Stil», mögen sich die Verantwortlichen der Bank gedacht haben, als sie Mitte Juli 1921 mit der Ausgabe begannen.

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4,000

Der Kissi-Penny war bis in die 1980er-Jahre eine Handelswährung in Westafrika. Hergestellt aus dem dort wert­vollen Material Eisen, war jeder Stab ein Unikat und daher schwer zu fälschen. Zerbrach er, galt er als wertlos, bis ihn ein Schamane in einer religiösen Zeremonie wiederherstellte. Bei der Heirat spielte das «Geld mit Seele» auch eine spirituelle Rolle. Der Brautpreis belief sich auf etwa 4000 Pennys in 200 Bündeln.

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5,275

Vor 600 Jahren kam das Kartenspiel von China nach Europa. Damit verbunden sind Glück, Köpfchen, Strategie und Spass, aber auch Laster und Geld. Geld­not, wenn jemand sein Vermögen am Spieltisch 
verzockt, und Notgeld, wenn Spielkarten in Zeiten der Wirtschaftskrise die Währung ersetzen. Spiel-kartengeld hat heute einen Sammlerwert. Doch keines ist so wertvoll wie eine vor zwei Jahren für 5,275 Millionen Dollar versteigerte Pokémon-Karte.

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1,25

In der Nähe des ukrainischen Dorfes Parutyne am Schwarzen Meer lag die antike griechische Koloniestadt Olbia. Dort galt der Delfin als Symbol der Seefahrt und des Handels. Das Delfingeld war von 440 bis 360 vor unserer Zeitrechnung das örtliche Zahlungsmittel. Es diente als Opfergabe, für «Reisen ins Jenseits» und für den Handel – von Lebensmitteln bis hin zu Luxusgütern. Für 4,23 Gramm Bronze konnte man 1,25 Liter Olivenöl erwerben.

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1492

Spannend sind die Umlaufmünzen des Mittelalters. Allein in Bern zirkulieren Dicken, Plappart, Angster, Haller und der 1492 nach einer Münzreform eingeführte Rollbatzen. Obwohl die Münze von Zeit zu Zeit entwertet wird und deshalb den Schimpfnamen «Kotklumpen» erhält, ist sie ein Exportschlager: Andere Kantone und sogar Italien, die Habsburgermonarchie und das Heilige Römische Reich ziehen nach und prägen eigene Batzen.

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100

Fast jede Ware hatte zeitweise eine Geldfunktion. So auch die Erbse, präziser: die giftige Paternostererbse. Der Wert erklärt sich nicht aus dem hochtoxischen Inhaltsstoff, sondern aus der wasserundurchlässigen Schale. Egal, wie feucht sie wird, das Gewicht der Erbse bleibt gleich. 100 Stück kamen dem Wert eines Pennys gleich und reichten für zwei Rosenkränze. Oder wie sie die Nonnen und Mönche auch nannten: Paternosterschnüre.

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500

«Du gibst mir ein Pfund Kaffee, ich gebe dir ein Paar Damenschuhe.» Nachdem Bach die Kaffee-
kantate komponiert, Goethe das Koffein entdeckt und Deutschlands Geldwesen am Ende des Zwei-
ten Weltkriegs versagt hatte, diente das Kultgetränk auch als Nebenwährung. Schuhe also für 500 Gramm Kaffee. Und nun auch noch die erste durch Kaffee gedeckte Kryptowährung. Die Parität 
beträgt rund zwei Pfund Arabica-Kaffee pro CoffeeCoin.

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1879

Das Zehnrappenstück reichte 1879 nicht einmal, um einen Liter Milch zu kaufen. Höchstens fürs Schuheputzen auf dem Marktplatz von Einsiedeln oder für ein Exemplar der Regionalzeitung «Sarganserländer» im Strassenverkauf. Trotzdem schaffte das 3-Gramm-Leichtgewicht den Sprung ins Buch «Guinness World Records». Seit mehr als 140 Jahren ist es die älteste Umlaufmünze der Welt. Heute gibt’s dafür noch eine Briefmarke zur Zusatzfrankierung eines A-Post-Briefs.

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