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Veröffentlicht am
1 Juni 2023
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Benötigtes Wissen
Die wichtigsten Besonderheiten zur Umsetzung von Instant-Zahlungen sind die ständige Verfügbarkeit rund um die Uhr über das ganze Jahr hinweg und die garantierte Verarbeitungszeit. Beide Aspekte betreffen den IP-Service im SIC-System und die daran angeschlossenen Teilnehmer gleichermassen. Denn nur wenn das System und seine Teilnehmer ständig verfügbar sind und die Verarbeitungszeiten eingehalten werden, lassen sich Instant-Zahlungen reibungslos durchgängig verarbeiten.
Grosse Wartungsfenster, in denen die IT-Systeme über eine längere Zeit gestoppt, gewartet und wieder in Betrieb genommen werden, sind in diesem Modus nicht mehr möglich. Anpassungen am System und das Aufschalten neuer Funktionen müssen wir im laufenden Betrieb vornehmen. Eine globale Koordination mit allen Teilnehmern ist dadurch kaum noch möglich. All diese Aspekte erfordern Anpassungen in den Betriebsszenarien und in der Architektur aller involvierten IT-Systeme, um eine solche Art des Betriebs überhaupt zu ermöglichen.
Technische Verfügbarkeit durch Redundanz
Auf der technischen Ebene kann es bei IT-Systemen immer vorkommen, dass einzelne Komponenten davon mit neuer Software versehen, Prozesse neu gestartet und Maschinen neu gebootet werden müssen. Weiter kann man auch nie zu 100 % ausschliessen, dass Komponenten schlichtweg kaputt gehen oder anderweitig ausfallen. Eine technisch ständige Verfügbarkeit eines IT-Systems lässt sich daher nur erreichen, wenn dessen Einzelkomponenten redundant ausgelegt, das heisst mehrfach vorhanden sind. Muss eine Komponente gewartet werden oder fällt sie aus, so kann die noch verbleibende Komponente die Arbeit nahtlos übernehmen.
Ein redundant ausgelegtes und ständig verfügbares System nützt jedoch noch nichts, wenn nicht auch die Anbindungen daran redundant ausgelegt sind. Das SIC-Protokoll basiert auf langlebigen, stehenden Netzwerkverbindungen, die jeweils die Teilnehmer initiieren müssen. Fällt einer der Endpunkte einer solchen Verbindung – entweder im SIC-IP-Service oder auf Teilnehmerseite – aufgrund von Wartungsarbeiten oder eines Fehlers aus, führt dies zu einem Verbindungsunterbruch und der Teilnehmer ist nicht mehr erreichbar. Von einem Systemausfall ist dieses Szenario nicht zu unterscheiden.
Was bedeutet dies nun konkret? Der SIC-IP-Service ist technisch durch die notwendigen Redundanzen bereits für einen unterbruchfreien Betrieb ausgelegt. Systemteilnehmer müssen jedoch ihre IT-Systeme ebenfalls so gestalten, dass durch geplante oder ungeplante Ausfälle von Teilkomponenten keine Unterbrüche in der Verarbeitung entstehen und die Anbindung an den SIC-IP-Service jederzeit gegeben ist.
Für eine unterbruchfreie Anbindung stellt der SIC-IP-Service den Teilnehmern zwei unabhängige Zugänge zur Verfügung, wobei garantiert ist, dass mindestens einer der beiden Zugänge jederzeit erreichbar ist. Die Teilnehmer sind angehalten, sich mit jeweils mindestens einer Kommunikationsstelle mit diesen beiden Zugängen zu verbinden. Wird die Verbindung zu einem der Zugänge unterbrochen, steht der andere Zugang immer noch vollumfänglich zur Verfügung.
Fachliche Evolution durch Kompatibilität
Auf der fachlichen Ebene wird sich der SIC-IP-Service im Laufe der Zeit durch neue oder angepasste Funktionen weiterentwickeln. Für derartige fachliche Anpassungen bietet der Service Migrationsmechanismen zu einer nahtlosen Umstellung an.
Grundsätzlich wird jede neue, nach aussen sichtbare Anpassung am SIC-IP-Service kompatibel zur vorherigen Version ausgerollt. Teilnehmer sind also nicht gezwungen, koordiniert auf eine Systemanpassung reagieren zu müssen.
Ein typisches Beispiel wird die Umstellung auf neue Meldungsversionen sein. Der SIC-IP-Service wird dabei für einen gewissen Zeitraum die aktuelle und die neue Version gleichzeitig unterstützen. Weiter ist der Service in der Lage, Meldungen in die aktuell verwendete Version eines Teilnehmers zu konvertieren. Das ermöglicht, den SIC-IP-Service und die verschiedenen Teilnehmer unabhängig voneinander auf neue Meldungsversionen zu migrieren. Eine koordinierte gleichzeitige Migration des Systems inklusive aller Teilnehmer ist dadurch nicht mehr erforderlich.
Redundante Anbindung
Verarbeitungszeit in Millisekunden
Die Abwicklung einer Instant-Zahlung dauert von der Auftragserteilung bis zur Gutschrift maximal zehn Sekunden. Zieht sich dieser Prozess in die Länge, bricht der IP-Service die Verarbeitung der Zahlung ab. Um den Teilnehmern einen möglichst hohen Anteil dieser Zeit zur Verfügung zu stellen, stellt SIC sicher, dass die Zahlungsverarbeitung innerhalb des SIC-IP-Service möglichst kurz ist. In der Regel wird die systeminterne Zahlungsverarbeitung weniger als 200 Millisekunden pro Zahlung dauern. Die restlichen 9,8 Sekunden stehen somit für die Verarbeitung auf der Teilnehmerseite und zur Kommunikation zur Verfügung
Stefan Ferstl Lead Architect SIC Platform, SIX
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