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Veröffentlicht am
15 März 2023
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Benötigtes Wissen
Auslandzahlungen sind Überweisungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr, bei denen das Konto der zahlenden Partei in einem anderen Land geführt wird als dasjenige der begünstigten Partei. Die Erteilung und die Abwicklung solcher Auslandzahlungsaufträge erfolgen über grenzüberschreitend operierende Zahlungssysteme. Die meisten dieser Systeme, allen voran das Swift-Netzwerk, verarbeiteten bis dato die aus den 70er-Jahren stammenden Swift-MT-Meldungen. Die Mehrheit dieser Systeme stellen als Teil der globalen Zahlungsverkehr-Standardisierung auf die neuen Swift-MX-Meldungen um, die dem internationalen ISO-20022-Standard entsprechen. Das hat erhebliche Auswirkungen auf international tätige Geschäfts- und Korrespondenzbanken, die als Folge davon mit grossem Aufwand ihre internationalen Zahlungsverkehrssysteme auf ISO 20022 umstellen müssen.
Die Rolle der Korrespondenzbank
Grenzüberschreitende Zahlungen werden in der Regel über Korrespondenzbanken abgewickelt. Oft geschieht das in einer längeren Kette von Korrespondenzbanken mit Vermittlern in verschiedenen Ländern.
Eine Korrespondenzbank dient also als Bindeglied zwischen in- und ausländischen Finanzinstituten. Sie hält Einlagen im Besitz anderer Banken, mit denen sie als Vermittlerin oder Agent Zahlungs- und andere Dienstleistungen erbringt. So schreibt sie zum Beispiel der begünstigten Partei – wenn sie selbst die kontoführende Bank ist – Zahlungen der auftraggebenden Bank gut, oder leitet Zahlungen an die kontoführende Bank der begünstigten Partei weiter.
Inländischen Banken nutzen die Dienste von Korrespondenzbanken, um Zugang zu ausländischen Finanzmärkten zu erhalten und ihre internationale Kundschaft zu betreuen, ohne Niederlassungen im Ausland eröffnen zu müssen. Dadurch können sie Transaktionen abwickeln, die entweder ihren Ursprung im Ausland haben oder dort abgeschlossen werden.
Grenzüberschreitende Zahlungen lassen sich bei Korrespondenzbankbeziehungen über sogenannte Loro- und Nostrokonten abwickeln:
Wechsel von MT- auf ISO-20022-Meldungen
Seit 50 Jahren tauschen Korrespondenzbanken MT-Meldungen über das Swift-Netzwerk aus. Ab 20. März 2023 beginnt eine knapp dreijährige Migrationsphase, in der beide Formate, das heisst bestehende MT-Meldungen und die neuen MX-Meldungen, zugelassen sind (Swift Co-Ex Phase). Bis November 2025 müssen alle der 11 000 angeschlossenen Finanzinstitute MX-Meldungen empfangen, prozessieren und weiterleiten können, da MT-Meldungen für den Zahlungsverkehr und das Kontoreporting dann nicht mehr unterstützt werden.
Das einfachste grenzüberschreitende Korrespondenzgeschäft ist eine Zahlung von einer zahlenden Partei der inländischen Bank an eine begünstigte Partei der Korrespondenzbank in einem anderen Land.
Wenn der Zahlungsempfänger eine direkte bilaterale Kontobeziehung mit der Korrespondenzbank führt, geschieht der Transport der Zahlungsinformationen und der Abwicklungsanweisungen zwischen den Banken in einem ISO-20022-Meldungsfluss mit einer einzigen pacs.008. In den meisten Fällen unterhält die Bank der zahlenden Partei jedoch keine direkte bilaterale Kontobeziehung mit der Bank der ausländischen begünstigten Partei. In diesem Fall ist es notwendig, eine Kette von einer oder mehreren zwischengeschalteten Banken zu finden, um die Gelder an die empfangende Bank zu übermitteln. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, eine Korrespondenzbanktransaktion über das Swift-Netzwerk zu leiten: die serielle Methode und die Deckungsmethode.
Die serielle und die Deckungsmethode
Die serielle Methode beinhaltet das Senden einer pacs.008-Meldung von der Ursprungsbank an die empfangende Bank über eine oder mehrere Vermittlerbanken. Diese Methode ist nur eine erweiterte Verkettung einfacher Transaktionen zwischen zwei Banken, wobei jedes Paar eine direkte Kontobeziehung unterhält. Die Zahlungsinformationen und die Abwicklungsanweisungen werden in der pacs.008-Meldung zusammen übertragen und es besteht eine direkte Kontobeziehung zwischen jedem verbundenen Bankenpaar in der Zahlungskette.
Die Deckungsmethode entkoppelt den Informationsfluss der Zahlung von der Abwicklung der Zahlung. Die pacs.008-Meldung mit den Zahlungsinformationen wird direkt über das Swift-Netzwerk von der Ursprungsbank an die empfangende Bank gesendet, während die Abwicklungsanweisung (die Deckungszahlung) über zwischengeschaltete Banken mit Korrespondenzbankbeziehungen als pacs.009 COV gesendet wird. Im Allgemeinen gilt die Deckungsmethode als schneller. Dabei gibt es jedoch zwei getrennte Ströme, die abzustimmen sind.
Damit alle 11 000 Banken, die von MT- auf MX-Meldungen umstellen müssen, ein gemeinsames Verständnis davon haben, wie ISO 20022 über das Swift-Netzwerk anzuwenden ist, hat Swift zusammen mit der Arbeitsgruppe CBPR+ im «CBPR+ User Handbook» eine Vielzahl von Anwendungsfällen beschrieben.
Peter Ruoss Product Owner Payment Software Partnerships, UBS Switzerland AG
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