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Veröffentlicht am
5 Dezember 2024
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Am 20. August 2024 fand die offizielle Markteinführung von Instant-Zahlungen in der Schweiz statt. Das Fazit fällt positiv aus, auch im internationalen Vergleich. Erstens waren zum Zeitpunkt der Markteinführung über 60 Finanzinstitute in der Lage, eingehende Zahlungen instant zu verarbeiten, was einem kumulierten Marktanteil im Kundenzahlungsverkehr von über 95 % entspricht. Bis 2026 werden alle anderen Finanzinstitute solche Zahlungen verarbeiten können.
Diese «Erreichbarkeit» geht auf eine Vorgabe der Schweizerischen Nationalbank nach Konsultation der Zahlungsverkehrsgemeinschaft zurück. Damit sich eine Zahlungsart im Markt durchsetzen kann, muss die zahlende Partei davon ausgehen können, dass die von ihr gewählte Zahlungsart von der begünstigten Partei akzeptiert wird. Im Gegensatz zum SEPA-Raum galt diese Verpflichtung von Anfang an in der Schweiz. Im Vergleich zur EU hat der Finanzplatz Schweiz darauf verzichtet, Vorgaben für den Preis einer Instant-Zahlung zu machen. Die Nationalbank und SIX, die diesen Service anbieten, erwarten, dass sich diese Zahlungsart mittelfristig auch ohne regulatorischen Druck als neuer Standard im elektronischen Zahlungsverkehr und mit wettbewerbsfähigen Konditionen durchsetzen wird.
Zweitens führte SIX vor der offiziellen Lancierung eine Pilot- sowie eine Friends- und Family-Phase durch. Die beteiligten Akteure im Ökosystem nutzten diese Zeit intensiv, um Erfahrungen zu sammeln sowie allfällige Kinderkrankheiten zu erkennen und nach Möglichkeit zu beheben. Dabei trat eine Besonderheit des Finanzplatzes Schweiz hervor: das grosse Volumen an Kundenzahlungen (z. B. auf Basis der QR-Rechnung), die bereits heute über das RTGS-System abgewickelt werden. Die QR-Rechnung ermöglicht hoch standardisierte, durchgängige Prozesse in der Rechnungsstellung und Abwicklung, die im Kontext von Instant-Zahlungen teilweise angepasst werden müssen. Es hat sich gezeigt, dass noch nicht alle Marktteilnehmer ihre Prozesse angepasst haben, um eingehende Zahlungen nicht nur korrekt, sondern auch in der von ihrer Kundschaft erwarteten Geschwindigkeit verarbeiten zu können.
Es ist davon auszugehen, dass insbesondere der Druck auf die Rechnungssteller dazu führen wird, dass auch diese Prozesse End-to-End optimiert werden und dass viele weitere – natürlich abhängig vom tatsächlichen Geschäftsmodell – in Zukunft auch instant ablaufen werden.
Im Ergebnis liegen die Transaktionszahlen rund einen Monat nach der Einführung deutlich über den Erwartungen und bewegen sich pro Tag im vier- bis fünfstelligen Bereich. Auch hier zeigen sich Unterschiede zur EU: Bei der Einführung von SEPA Instant Payments im November 2017 deckten die teilnehmenden Zahlungsdienstleister im Euroraum rund 1 % des gesamten SEPA-Zahlungsverkehrs ab. In der Schweiz liegt die Abdeckung heute bereits bei über 95 %. Während die durchschnittliche Verarbeitungszeit im SEPA-Raum in der Regel unter 5 Sekunden liegt, in Einzelfällen aber auch bis zu 10 Sekunden betragen kann, dauert die von der Schweizer Kerninfrastruktur gemessene Durchlaufzeit für die schnellste Transaktion 1,6 Sekunden. Dieser Wert, gemessen zwischen Zahlungsauslösung und Ausführungsbestätigung, kommt der Anforderung an die maximale Abwicklungsgeschwindigkeit für eine POS-Zahlung bereits sehr nahe. Diese liegt bei optimalen kontaktlosen Zahlungen typischerweise unter einer Sekunde.
Christopher Koch Senior Project Manager, SIX
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