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Veröffentlicht am
8 Juli 2026
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Das Forschungsinstitut der Universität Regensburg zeigte sich überrascht. Es hatte offenbar nicht damit gerechnet, dass im deutschen Handel – vor allem im Retail – bei einigen Zahlungsverfahren so hohe Prozesskosten anfallen. 10 Euro, so die Studie, kostet es im Durchschnitt, wenn bei einem Kauf- und Bezahlvorgang etwas schief läuft. Eine solche Zahlungsstörung liegt zum Beispiel vor, wenn der vereinbarte Kaufpreis nicht rechtzeitig oder nicht (vollständig) gezahlt wird. Der Händler muss dann manuell nachbearbeiten. Zudem entstehen ihm Opportunitätskosten – etwa durch Zwischenfinanzierung oder Lagerkosten. Jede 20. Überweisung per Vorkasse oder Zahlung auf Rechnung erfordert eine händische Bearbeitung. Auch bei den Prozesskosten schneidet die Rechnungszahlung am schlechtesten ab, wenn der Händler ein Mahn- oder Inkassoverfahren einleiten muss.
Die Verwunderung der Studienautoren über die hohen Prozesskosten ist bemerkenswert, da diese in der Vergleichsstudie von 2019 sogar bei über 15 Euro lagen.
Zusätzlich zu den Prozesskosten entstehen auch direkte Kosten für die verschiedenen Zahlungsverfahren. Dabei ist die Vorkasse per Überweisung im Vergleich zu allen anderen Bezahlverfahren für den Händler kostenlos. Rechnet man alle Kostenarten zusammen, schneidet die Zahlung auf Rechnung mit 6,23 % des Umsatzes am schlechtesten und die Vorkasse mit 0,68 % am besten ab. Dazwischen liegen beispielsweise Kreditkarte, Lastschrift oder PayPal.
Unterschiedliche Zahlungsverfahren haben unterschiedliche Verarbeitungszeiten. Sie reichen nach Angaben der Befragten im Durchschnitt von 1,5 Tagen bis zu 10 Tagen (Zahlung auf Rechnung), bis die Zahlungseingänge vollständig verarbeitet sind. Im Vergleich zur Vorgängerstudie haben sich diese Zeiten jedoch bei fast allen zum Teil deutlich verkürzt. Lediglich bei der Lastschrift dauerte die Gutschrift auf dem Konto 8 Tage und damit doppelt so lange wie 2019. Die Studie liefert keine Erklärung dafür.
Das Angebot an Zahlungsverfahren ist zwar sehr vielfältig, doch es gibt eine auffällige Lücke: SEPA Instant Credit Transfers. Obwohl sie in den SEPA-Ländern rund 21 % aller Überweisungen ausmachen, scheinen sie im Einzelhandel nicht zu existieren. Dabei sind sich die Führungskräfte der deutschen Bankbranche einig: Fast alle Finanzinstitute sind grundsätzlich in der Lage, Instant-Zahlungen anzubieten, und mehr als zwei Drittel der Endkundschaft wissen, dass sie solche Zahlungen ausführen können. Doch vier von fünf sehen derzeit keinen klaren Bedarf dafür: «Useless ohne Use Cases» also. Dabei liessen sich Anwendungsfälle gerade im Einzelhandel konkretisieren. Sofortige Zahlungseingänge rund um die Uhr, weniger manuelle Nachbearbeitung und geringere Kosten. Um nur einige Vorteile zu nennen.
Gabriel Juri SIX
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Focus
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