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Veröffentlicht am
6 Juni 2024
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Die berühmte 13-Kräuter-Mischung der Ricola-Bonbons schmeckt in 45 Ländern nach Schweizer Erfindergeist. Auch die Mischung aus Netzwerk und Computerverbund – das World Wide Web – gilt als Schweizer Erfindung. Ebenso wie SCION, die weltweit erste Netzwerkarchitektur, die Routing-Kontrolle, Fehlerisolierung und explizite Vertrauensinformationen für die End-to-End-Kommunikation bietet. Sie trägt dazu bei, Menschen im Internet vor Cyberangriffen zu schützen.
SCION wurde an der ETH Zürich, der renommiertesten Hochschule Kontinentaleuropas, entwickelt und kommt dort seit 2021 in Forschung und Lehre produktiv zum Einsatz. Die Schweizerische Nationalbank und SIX nutzen es für alle system- und geschäftskritischen Infrastrukturdienstleistungen des Finanzplatzes, unter anderem für die Kommunikation über das Secure Swiss Finance Network (SSFN) zum Schweizer Zahlungssystem SIC. Auch im Gesundheitswesen wird SCION eingesetzt, um Daten sicher und effizient auszutauschen. Für die Cloud-Strategie der Bundesverwaltung ist die Technologie ebenfalls bedeutsam – als integrale Zutat der Verträge mitweltweit führenden Public-Cloud-Anbietern wie Amazon, Alibaba, IBM, Microsoft und Oracle.
Das Rezept für einen sicheren Datenaustausch stösst auch ausserhalb der Schweiz auf Interesse. Das französische Cloud-Connectivity-Unternehmen InterCloud bietet SCION-basierte Dienstleistungen an, unter anderem für den Zugang zum SSFN. Zu seinen Kunden gehört ein US-amerikanischer Blockchain-Datendienstleister für Open Banking, dessen Cloud-Umgebungen in Europa und den USA mit der SCION-basierten Netzwerksoftware von Anapaya verbunden sind. Auch Telindus, ein luxemburgisches Unternehmen für ICT- und Telekommunikationslösungen, will mit SCION die Cybersicherheit seiner Netzwerke in den Beneluxländern schrittweise erhöhen. Es möchte sich ebenfalls an SSFN anschliessen und bereitet eine Machbarkeitsstudie für seine erste Dienstleistung vor. Darüber hinaus sind mehrere internationale Carrier dabei, sich dem SCION-Netzwerkverbund anzuschliessen.
Neben der Praxistauglichkeit zeichnet sich ein weiterer Meilenstein ab: Die Internet Engineering Task Force (IETF), die für die internationale Standardisierung des Internets zuständig ist, prüft derzeit die Formalisierung von SCION auf Ebene der Interoperabilität mit dem bestehenden Internet.
Aber auch das wissenschaftliche Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. So entwickelt beispielsweise die Carnegie Mellon University in Pittsburgh auf Basis von SCION sichere Web3-Anwendungen, um die zahlreichen Schwachstellen des Internets zu beseitigen. Und davon gibt es genug. Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2022 besagt beispielsweise, dass nach wie vor rund 36 % der Unternehmen weltweit das für Cyberangriffe anfällige FTP-Protokoll verwenden. Es bleibt also noch viel zu tun, um die richtigen Zutaten für ein sicheres Internet zusammenzustellen.
Gabriel Juri SIX
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