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Veröffentlicht am
5 Dezember 2024
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Ende September hat SIX die «Roadmap Zahlungsverkehr Schweiz» auf ihrer Website erneut aktualisiert. Eingeflossen sind neben dem nun fixen Enddatum für die Lastschriftverfahren LSV+/BDD die neusten Entwicklungen bei der Einführung der «hybriden Adresse» im nationalen und internationalen Zahlungsverkehr, die angepassten Übergangsfristen in den Swiss Payments Standards sowie der Migrationsplan des SIC-RTGS-Services von der SIC4- auf die SIC5-Plattform mit der erfolgreichen Lancierung von Instant-Zahlungen. Die Migration auf das Swiss Secure Finance Network (SSFN) ist abgeschlossen und somit nicht mehr sichtbar. Damit haben alle am Zahlungsverkehr Interessierten wieder einen aktuellen Überblick über die Entwicklungen der nächsten Jahre.
Mit der Veröffentlichung dieser neuen Version ist die Planung jedoch nicht einfach abgeschlossen, sondern bildet die Grundlage für einen neuen Zyklus. Der Schweizer Zahlungsverkehr ist eng mit der internationalen Entwicklung verknüpft, sei es durch SEPA oder Swift. Auch die Entwicklungen anderer Marktinfrastrukturen und Zentralbankensysteme sind für SIC von grosser Bedeutung. Da die Schweiz konsequent auf ISO-Standards – wie ISO 20022 für die Meldungsformate, ISO 13616 für die IBAN, ISO 4217 für die Währungscodes oder ISO 11649 für die Creditor Reference – setzt, hat die Weiterentwicklung dieser Standards einen direkten Einfluss auf die Schweizer Vorgaben und Implementierungen.
Durchblick durchs Dickicht
Die Roadmap liefert auch wertvolle Hinweise für die Umstellungsplanung in der Schweiz. So wird beispielsweise schnell klar, dass es aufgrund der geplanten Migration aller SIC-Services auf die neue Plattform im November 2026 nicht empfehlenswert ist, im gleichen Zeitraum tiefgreifende Änderungen an den Services vorzunehmen. Damit steht den nationalen und internationalen Gremienmitgliedern eine Grundlage für die Entscheidfindung und die Argumentation der Schweizer Position zur Verfügung.
Die Roadmap entstand im Jahr 2020. In den Schweizer Zahlungsverkehrsgremien unter der Leitung des Verwaltungsrates von SIX Interbank Clearing waren die anstehenden Veränderungen zwar bekannt, aber es war schwierig, alle Zusammenhänge zu überblicken: die Abhängigkeiten zwischen der ISO-20022-Migration bei Swift bzw. bei TARGET, der damit verbundenen Umstellung der ISO-20022-Meldungsversion in SIC und bei den SEPA-Schemes, die Anpassungen und Erweiterungen der SEPA-Schemes, die angestrebte Pflicht zur Verwendung der strukturierten Adresse, die Abschaffung von ES/ESR und deren Ersatz durch die QR-Rechnung, die Einführung von Instant-Zahlungen in SIC oder die Umstellung auf SSFN.
SIX erarbeitete zusammen mit den Finanzinstituten die Struktur und die Bausteine der Roadmap und legte die thematischen Schwerpunkte fest. Sie stiess auf Anhieb national und international auf grosses Echo – insbesondere was die Zugänglichkeit und Transparenz betrifft.
Die Aufmerksamkeit ist so gross, dass grössere Anpassungen vorab dem Verwaltungsrat zur Freigabe vorgelegt werden. Alle Gremien nutzen die Roadmap für ihre eigene Planung. Dabei geht es weniger um inhaltliche Entscheide, sondern vielmehr darum, Abhängigkeiten zu erkennen und den optimalen Zeitpunkt für die Umsetzung von Neuerungen zu bestimmen.
Leitfaden für Finanzinstitute
Gute Standards und Richtlinien sollen die Marktentwicklung langfristig unterstützen und nicht behindern. Umso wichtiger ist es, solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und notwendige Änderungen zu antizipieren. Plötzliche und tiefgreifende Anpassungen sind teuer und ressourcenintensiv. Über einen längeren Zeitraum vorbereitete und abgestimmte Vorhaben verursachen weniger Aufwand und bieten oft sogar Vorteile für alle Marktteilnehmer.
Aus der Roadmap lassen sich zum Teil auch inhaltliche Fragestellungen ableiten. Nachdem sowohl Swift als auch die SEPA-Gremien die Einführung der hybriden Adresse beschlossen hatten, war klar, dass auch der Schweizer Zahlungsverkehr nachziehen und die geplanten Einführungs- und Umstellungsdaten übernehmen würde. Daraus ergaben sich weitere Anpassungen, etwa bei der Migration auf die ISO-20022-Meldungen mit einer Anpassung der Parallelphase oder der verlängerten Akzeptanz der unstrukturierten Adresse.
Die in den Gremien verwendete interne Arbeitsversion umfasst mehr Aspekte als die veröffentlichte Roadmap. Zum einen enthält sie auch Bereiche, in denen keine Änderungen anstehen, die aber einen Einfluss auf die Entwicklung haben könnten. Zum anderen berücksichtigt sie auch Entwicklungen, zu denen es noch keine Entscheidungen gibt und die daher nicht veröffentlicht werden können. Im Laufe der Zeit hat sich die Roadmap als überaus nützlich erwiesen. Während bei Swift, TARGET und im SEPA-Raum die Einführungstermine immer wieder verschoben werden mussten, konnte der Finanzplatz Schweiz alle Vorhaben wie geplant starten.
Die Vorbereitung für das nächste Update hat bereits begonnen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass neue Einflussfaktoren wie HVPS+ als Harmonisierungsplattform für Infrastrukturen oder die Entwicklung von EBICS 4.0 in den Vordergrund rücken. Während die Swift-Migration zumindest für die Instruction Messages bald abgeschlossen sein wird, ist mit der geplanten Konsolidierung der SIC-Plattform und dem Enddatum 2026 für alle Zahlungsverkehrsbanken für Instant-Zahlungen auch die nationale Entwicklung für die nächsten zwei Jahre vorgezeichnet.
Martin Walder Head Billing & Payments Standards, SIX
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