Confirmation of Payee: ein Schritt zu noch sichereren Zahlungen

Autor/-in

Peter Ruoss

Veröffentlicht am

5 Dezember 2023

Lesezeit

Minuten

Benötigtes Wissen

  • Vertiefte Kenntnisse der End-to-End-Zahlungsabwicklung
  • Grundlegende Einblicke in Zahlungsvalidierungsverfahren

Bei sekundenschnellen Finanztransaktionen ist der Schutz vor Betrug und Fehlüberweisungen wichtiger denn je. «Confirmation of Payee» (CoP) ermöglicht es, vor der Zahlungsauslösung den Namen der begünstigten Partei mit den bei ihrer Bank hinterlegten Kontodaten zu verifizieren. Damit ist sichergestellt, dass Zahlungen auch wirklich dort ankommen, wo sie hin sollen, und nicht bei betrügerischen Personen oder aufgrund von Eingabefehlern auf einem falschen Konto landen. Der Service und seine Bezeichnung stammen aus dem britischen Bankensektor. Eine deutsche Übersetzung konnte sich noch nicht durchsetzen.

Wie funktioniert CoP in Grossbritannien?

Wenn eine zahlende Partei eine Überweisung vornehmen möchte (Abbildung 1), wird sie aufgefordert, den Namen der begünstigten Partei und ihre Kontonummer einzugeben. CoP vergleicht den eingegebenen Namen mit dem bei der Bank der begünstigten Partei hinterlegten Namen. Auf der Grundlage dieser Überprüfung erhält die zahlende Partei eine der folgenden Rückmeldungen:

  • a) vollständige Übereinstimmung
  • b) teilweise Übereinstimmung
  • c) keine Übereinstimmung
  • d) Überprüfung nicht möglich

Diese Rückmeldungen ermöglichen es der zahlenden Partei, potenzielle Fehler 
oder Betrugsversuche zu erkennen und zu korrigieren, bevor die Zahlung ausgeführt wird.

Warum ist CoP wichtig?

  • Schutz vor Betrug CoP ist eine wirksame Massnahme gegen Betrug, zum Beispiel wenn Kriminelle in an sich legitimen Zahlungsaufforderungen die IBAN vertauscht haben.
  • Vermeidung von Fehlern Schon kleine Tippfehler können dazu führen, dass Geld auf ein falsches Konto überwiesen wird. Dank CoP kann die zahlende Partei solche Fehler erkennen und korrigieren, bevor sie passieren.
  • Erhöhung des Vertrauens Das Wissen, dass es eine zusätzliche Sicherheitsebene gibt, erhöht das Kundenvertrauen in den Online-Zahlungsverkehr und insbesondere in Instant Payments.

Überprüfung von IBAN und Name

Gesamteuropäische Perspektive

Während CoP in Grossbritannien bereits weit verbreitet ist, ist der Weg zu einem einheitlichen europäischen IBAN-Namensprüfkonzept noch nicht endgültig festgelegt. Die geplante Richtlinie der EU-Kommission, auch bekannt als «Payment Services Regulation» (PSR), sieht vor, dass Zahlungsdienstleister (PSPs) innerhalb einer bestimmten Frist nach Inkrafttreten der Gesetzgebung einen CoP-Service implementieren sollen. Die Hauptbedenken der PSPs bezüglich der vorgeschlagenen Verordnung sind folgende:

  • Die IBAN-Namensprüfung deckt nur einen Bruchteil der möglichen Betrugsszenarien ab.
  • Die Basisprüfung verhindert bereits Tippfehler.
  • Der vorgeschlagene Zeitplan ist schwierig zu bewältigen.
  • Die Implementierungskosten sind hoch.
  • Um effektiv zu sein, müssen Anbieter eine grenzüberschreitende Reichweite über verschiedene Standards und Ansätze erreichen.
  • Lange oder komplexe Namen von begünstigten Parteien können zu «keine Übereinstimmung»-Fällen führen, selbst wenn die richtige Person gemeint ist.

Mit dem Aufkommen von Instant Payments, die eine sofortige Überweisung ermöglichen, könnte CoP weltweit an Bedeutung gewinnen, da der Service die Sicherheit dieser schnellen Zahlungsmethode weiter erhöht.

 

Peter Ruoss  
Product Owner Payment Software Partners, UBS Switzerland AG

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