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Veröffentlicht am
6 Juni 2024
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Talk mit José Luis Langa, Deputy Managing Director von Iberpay, Betreiber des spanischen Massenzahlungsverkehrssystems und Vorstandsvorsitzender der European Automated Clearing House Association (EACHA)
Mehr als sechs Jahre nach ihrer Einführung liegt der Anteil von Instant Payments (SCT Inst) in Euro immer noch unter 20 % aller Überweisungsarten. Was sind die Gründe dafür?
Man kann das Glas halb voll oder halb leer sehen. Die Einführung war erfolgreich. Aber wichtige europäische Länder sind noch kaum dabei. Das liegt vor allem an der Freiwilligkeit. Ohne eine vollständige Abdeckung ist nicht gewährleistet, dass SCT Inst allen Privatpersonen und Unternehmen im SEPA-Raum zur Verfügung steht. Daher dürfte der kommerzielle Appetit der Banken an einer breiten Einführung nicht allzu gross sein. Ein weiterer Grund sind die hohen Kosten für die Banken. Die Abwicklung von instant Einzeltransaktionen rund um die Uhr ist teurer als eine Massenverarbeitung. Daher bieten viele Banken solche Zahlungen im Gegensatz zu herkömmlichen Überweisungen als kostenpflichtige Premium-Dienstleistung an. Das wiederum hat eine breite Nutzung verhindert. Die neue EU-Verordnung löst beide Probleme. Es ist daher wahrscheinlich, dass SCT Inst mittelfristig zum neuen Standard wird.
Wie wirksam ist SCT Inst auf der Nachfrageseite? Die Adaption konzentriert sich nach wie vor auf Kleinbetragszahlungen zwischen Privatpersonen. Unternehmen oder öffentliche Verwaltungen nutzen diese Lösung bisher kaum. Hier ist noch viel Luft nach oben. Um die Zahlungsströme entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Finanztransaktionen und Geschäftsprozessen zu optimieren, muss sich SCT Inst weiterentwickeln. So würde beispielsweise eine Anhebung der derzeitigen Obergrenze von 100 000 Euro die Nutzung für internationale oder B2B-Transaktionen erleichtern. Zudem muss SCT Inst noch besser auf die Abwicklung von Transaktionen im Handel vorbereitet werden.
Wie hat sich die seit Dezember 2021 bestehende Interoperabilität zwischen den Euro-Systemen TIPS der EZB und RT1 von EBA Clearing auf die Nutzung von SCT Inst ausgewirkt? Positiv. Nehmen wir Spanien als Beispiel. Seit dem ersten Betriebstag der beiden Systeme verbindet Iberpay die spanische Finanzgemeinschaft mit anderen europäischen Teilnehmern – über ein einziges Fenster und mit allen kombinierten Funktionen beider Systeme. Dies bedeutet maximale Erreichbarkeit im SEPA-Raum bei minimalen Kosten und minimaler Komplexität für die Teilnehmer. Aktuelle Zahlen zeigen, dass fast 5 % aller von Iberpay abgewickelten Instant Payments via RT1 oder TIPS abgewickelt werden. Tendenz steigend.
Welche Rolle spielen CBDCs und Stablecoins im Kontext von Instant Payments? Beide Arten von Tokengeld sind geeignet, um den Prozess der Lieferung gegen Zahlung von Wertschriften zu erleichtern und Abwicklungsrisiken zu vermeiden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie etablierte Instant-Payment-Lösungen verdrängen werden, um Massenzahlungen abzuwickeln. Im Gegensatz zu Instant-Payment-Prozessoren können DLT-Netzwerke nicht Tausende von Transaktionen innerhalb einer Sekunde endgültig und unwiderruflich abwickeln.
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