Auf die Nutzungsintensität kommt es an

Autor/-in

Gabriel Juri

Veröffentlicht am

8 März 2024

Lesezeit

Minuten

Eine neue Studie der Schweizerischen Nationalbank (SNB) weist nach, dass von Finanzintermediären festgesetzte Regeln einen starken kausalen Einfluss auf die Nutzung von Zahlungstechnologien haben. Die Analyse von Debitkartenzahlungen am POS zwischen 2019 und 2021 zeigt, dass die Erhöhung des Maximalbetrags pro Transaktion von 40 auf 80 Franken im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie zu einem signifikanten Anstieg der Nutzung von kontaktlosen Zahlungen geführt hat. Dieser Anstieg betrifft jedoch hauptsächlich Konsumentinnen und Konsumenten, die bereits vorher kontaktlose Zahlungen tätigten. Für diejenigen, die diese Technologie noch nicht nutzten, hatte die Änderung der Betragslimite keine grossen Auswirkungen.

Die Erhöhung der Limite in der Schweiz im April 2020 entsprach dem Vorgehen in anderen OECD-Ländern. Ob die Erkennt­nisse der SNB-Studie übertragbar sind, bleibt offen. Da die Debitkarte aber auch in vielen anderen europäischen Ländern das am meisten genutzte Zahlungsmittel ist, könnte die Analysemethode der Schweizer Studie auch für die Situation in anderen Ländern geeignet sein.

Datensatz und Filter

Die Analyse basiert auf anonymisierten Daten von mehr als drei Milliarden Transaktionen im Zeitraum zwischen 2019 und 2021. Um die empirischen Herausforderungen zu meistern, verwendet das Autorenteam Datenfilter. Es vergleicht das Zahlungsverhalten derselben Konsumentinnen und Konsumenten, die im selben Zeitraum des Jahres bei denselben Händlern einkauften. Bedenken hinsichtlich der Veränderungen bei der Verfügbarkeit der Zahlungstechnologie – also hinsichtlich der Möglichkeit, kontaktlose Zahlungen zu tätigen – werden dadurch berücksichtigt, dass sich die Stichprobe auf Händler und Karten beziehungsweise Karteninhaber beschränkt, die ab 2019 Zugang zu kontaktlosen Zahlungen hatten. Auf diese Weise bleibt die Konsumstruktur unverändert. Der endgültige Datensatz umfasst rund 20 Millionen Transaktionen, etwas mehr als 400 000 verschiedene Zahlungskarten und fast 18 000 Händler.

Folgen für Innovationen im Zahlungsverkehr?

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass Entscheidungsträger bei der Beurteilung von Zahlungsinnovationen wie Instant Payments oder digitalen Zentralbankwährungen die Rolle von Finanzintermediären und Nutzungsregeln berücksichtigen sollten. Insbesondere deutet die SNB-Analyse darauf hin, dass eine Betragslimite die Nutzungsintensität der einzelnen Zahlungstechnologien durch die Konsumentinnen und Konsumenten beeinflussen könnte.

 

Gabriel Juri
SIX

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