Request to Pay: ein Schlüssel zu innovativen Echtzeitlösungen

Autor/-in

Thomas Egner

Veröffentlicht am

7 Dezember 2022

Lesezeit

Minuten

Was ist der beste Weg, um das Potenzial von Instant Payments für innovative Zahlungslösungen freizusetzen? Wie erzeugt man ein nahtloses Kundenerlebnis, das einen Mehrwert sowohl für Konsumentinnen und Konsumenten als auch für Unternehmen bietet? Während Finanzinstitute in ganz Europa immer noch mit diesen Fragen ringen, glauben vor allem multinationale Unternehmen, dass «Request to Pay» die Antwort bietet.

Request to Pay ermöglicht es Rechnungsstellern und Zahlungspflichtigen, strukturierte Daten über eine Zahlungsanforderung elektronisch auszutauschen, bevor das Geld die Besitzerin oder den Besitzer wechselt. Dank dieser Daten kann die zahlende Partei den Rechnungssteller identifizieren und die anschliessende Zahlung lässt sich in der Buchhaltung des Rechnungsstellers leicht identifizieren und zuordnen.

Angesichts des Potenzials zur Nutzung von Echtzeitfunktionen, zur Erleichterung automatisierter End-to-End-Prozesse und zur Unterstützung von Kosteneinsparungen bietet Request to Pay Optimierungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Zahlungssituationen. In einer Umfrage der Euro Banking Association bei Unternehmen aus ganz Europa sah die überwiegende Mehrheit der Befragten Request to Pay als relevant an für E-Invoicing, wiederkehrende Zahlungen, Point of Sale und E-Commerce-Transaktionen – wobei Letztere mit knappem Vorsprung die Spitzenposition einnahmen.

Dies bestätigt Stefan Hölscher, Lead Expert Payment beim weltweit agierenden Handels- und Dienstleistungsunternehmen Otto Group. «E-Commerce würde sich als Startrampe für Request to Pay anbieten, da dieses neue Verfahren die Bezahlung einer Rechnung deutlich vereinfachen könnte.» Wie viele andere Zahlungsexperten in grösseren Unternehmen ist er der Meinung, dass die Uhr für Zahlungsdienstleister (PSPs) tickt. Da eine reibungslose Kundenerfahrung aus seiner Sicht entscheidend ist, erwartet Hölscher, dass die Zahlungsdienstleister den Service in ihre Bankanwendungen integrieren: «Die PSPs müssen sich auch dazu verpflichten, eine hohe Marktdurchdringung zu gewährleisten, was bedeutet, dass alle Kundinnen und Kunden erreichbar sein sollten.» Wenn sie die Entwicklung von Request-to Pay-Lösungen nicht vorantrieben, gibt Hölscher zu bedenken, würden andere Akteure dies tun.

Obwohl der European Payments Council bereits ein SEPA-Verfahren für Request to Pay eingerichtet hat und die EBA CLEARING eine europaweite Infrastruktur bereitstellt, sind für die Einführung von Services, die den Erwartungen der Endnutzerinnen und Endnutzer entsprechen, noch viele konzertierte Anstrengungen erforderlich. Was die Angebotsseite als Nächstes braucht, ist feste Entschlossenheit, Request to Pay oberste Priorität einzuräumen und eine gemeinsame Erfolgsgeschichte zu schreiben. Dafür ist in Europa ein branchenübergreifender Dialog erforderlich, auf dessen Unterstützung die Euro Banking Association sich derzeit vorbereitet.

 

Thomas Egner
Generalsekretär der Euro Banking Association

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