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Veröffentlicht am
8 März 2024
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Talk mit Pascale Bruderer, Gründerin und Verwaltungsrats-präsidentin der Swiss Stablecoin AG (SSC)
Letztes Jahr haben Sie die Praxistauglichkeit Ihres Digitalfrankens getestet. Was war das Ergebnis?
Wir haben viele technische Fragen geklärt, um das Design zu spezifizieren, und Prozesse getestet. Unser Fokus liegt auf öffentlichen Blockchain-Technologien, Interoperabilität sowie ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit. Der CHFD, zunächst ein Token auf der Ethereum-Blockchain, soll allmählich auf mehreren Technologien verfügbar sein.
Private Franken-Stablecoins sind bereits im Umlauf. Welche Strategie verfolgen Sie, um Netzwerkeffekte zu erzeugen und die Nutzung Ihres CHFD in der Bevölkerung zu fördern?
Entscheidend für die Akzeptanz ist das Vertrauen. Dazu braucht es technische Sicherheit, solide Regulierung und volle Besicherung für dauerhafte Wertstabilität. Aber nicht nur! Schlüsselfaktoren sind auch starke Partnerschaften mit in der Schweiz verankerten Unternehmen des Finanzsektors und der Realwirtschaft.
Ein Bankenkonsortium unter dem Dach der Bankiervereinigung plant einen Buchgeldtoken. Wie gross ist die Gefahr des Alleingangs?
Es gilt, Alleingänge zu vermeiden und Synergien zu nutzen, wenn es um einen breit zugänglichen Digitalfranken geht. Seit unserem Projektstart vor zwei Jahren hat das Interesse der Banken deutlich zugenommen. Ich freue mich über die konzeptionellen Überlegungen der Bankiervereinigung und ich bin gespannt, in welche Richtung sie sich weiterentwickeln werden. Unsere Türen stehen offen. Die SSC will als Katalysator wirken und einen aktiven Beitrag leisten. Es braucht vertiefte Abklärungen, ja, aber es braucht auch Umsetzung. Nochmals: Breite Partnerschaften sind absolut zentral.
Und das in der kleinen Schweiz mit vielen etablierten elektronischen Zahlungsmitteln.
Das stimmt. Aber warum beschäftigen sich 92 % der Zentralbanken weltweit mit der Digitalisierung ihrer Währungen, selbst in Regionen mit gut ausgebauten herkömmlichen Zahlungsinfrastrukturen wie der EU? Weil neue Technologien dank direkter Vernetzung und Unmittelbarkeit der Transaktionen innovative Anwendungen und Effizienzgewinne ermöglichen. Wir tun gut daran, auch in der Schweiz ein entsprechendes Angebot zu schaffen, das die etablierte Konto-zu-Konto-Infrastruktur ergänzt.
Die geldpolitische Souveränität liegt bei den Zentralbanken. Sie betonen oft, wie wichtig ein Digitalfranken für die staatliche Währungshoheit ist. Warum sollte das Ihr Start-up interessieren?
Die Verfügbarkeit eines digitalen Frankens ist sowohl eine Frage der Innovationskraft als auch der Währungshoheit. Diese liegt mir als Unternehmerin, ehemalige Politikerin und Bürgerin am Herzen. Unsere Währung ist attraktiv und wir sollten ihr digitales Abbild nicht ausländischen Stablecoin-Anbietern überlassen. Wenn sich die SNB aus ordnungspolitischen Gründen gegen eine Retail-CBDC ausspricht, ist das zu akzeptieren. Dennoch sollten wir in unserem Land die Kräfte für ein eigenes Angebot bündeln. Reguliert, souverän, aus der Schweiz und für die Schweiz. Dafür setzen wir uns ein.
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