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6 Juni 2024
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«Mit der zunehmenden Digitalisierung des Geldes und des Zahlungsverkehrs haben die Zentralbanken weltweit erkannt, dass sie eine öffentliche Option anbieten müssen – oder sie lassen die Zukunft des Geldes an sich vorbeiziehen.» So kommentiert der Atlantic Council, eine der einflussreichsten Denkfabriken der USA, die aktuelle globale Situation rund um digitales Zentralbankgeld. Im März 2024 waren 134 Länder und Währungsunionen, die 98 % des globalen BIP repräsentieren, dabei, eine CBDC zu evaluieren. Vor vier Jahren waren es erst 35.
Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine und den daraus resultierenden G7-Sanktionen haben sich die Entwicklungen rund um das Zentralbankgeld für Finanzinstitute (wholesale CBDC) verdoppelt. 68 Länder befinden sich derzeit in einem fortgeschrittenen Forschungsstadium – Entwicklung, Pilotprojekt oder Einführung, darunter 19 der G20-Länder. Davon sind elf Länder bereits in der Pilotphase, darunter Brasilien, Japan, Indien, Australien, Südkorea, Südafrika, Russland und die Türkei. Die Europäische Zentralbank befindet sich derzeit in der Vorbereitungsphase und führt praktische Tests durch, bei denen Transaktionen in einem kontrollierten Umfeld durchgeführt werden. Drei Länder haben eine CBDC bereits vollständig eingeführt – die Bahamas, Jamaika und Nigeria.
Darüber hinaus gibt es 13 grenzüberschreitende CBDC-Projekte, darunter mBridge, das China, Thailand, die Vereinigten Arabischen Emirate und Hongkong miteinander verbindet und in diesem Jahr in eine neue Phase eintreten und auf 11 weitere Länder ausgedehnt werden soll.
Als weltweit grösstes CBDC-Pilotprojekt erreicht der chinesische digitale Yuan (e-CNY) 260 Millionen Wallets in 25 Städten. Seit 2022 wird er in einer Reihe von Bereichen eingesetzt, vom Transitverkehr über das Gesundheitswesen bis hin zum Kauf von Rohöl. In diesem Jahr konzentriert sich das Pilotprojekt auf die Optimierung der Nutzung des e-CNY durch Touristen im Ausland und auf die Ausweitung grenzüberschreitender Anwendungen.
Trotz des raschen Fortschritts gibt es auch Herausforderungen. In den USA ist die Entwicklung ins Stocken geraten. Es gibt eine wachsende Kluft zwischen den US- und den G7-Banken, einschliesslich der Bank of England und der Bank of Japan. Die CBDC ist zu einem Thema im laufenden US-Präsidentschaftswahlkampf geworden, und mehrere Kandidaten haben sich gegen ihre Entwicklung ausgesprochen.
Inwieweit die staatlichen Einrichtungen die Sicherheit von CBDCs gewährleisten, die Privatsphäre der Privatpersonen schützen und das bestehende Finanzsystem stabil halten können, ist noch abschliessend zu klären. Dennoch scheint es, dass CBDCs hier sind, um zu bleiben.
Gabriel Juri SIX
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