Ein Boost für Open Finance in Europa

Autor/-in

Gabriel Juri

Veröffentlicht am

15 März 2023

Lesezeit

Minuten

Der European Payments Council (EPC) hat das Regelwerk für den Zugang zu SEPA-Zahlungskonten veröffentlicht. Das SEPA Payment Account Access (SPAA) Scheme Rulebook soll Open Banking beziehungsweise Open Finance in ganz Europa fördern. Die darin enthaltenen, API-basierten fakultativen Regeln, Praktiken und Standards sollen den Austausch von Kundendaten zwischen Finanzinstituten 
und Drittanbietern erleichtern. Dazu hat der EPC sogenannte Premium-Zahlungsdienstleistungen definiert, die über die regulatorischen PSD2-Mindestanforderungen hinausgehen. Ein solche Dienstleistung betrifft beispielsweise Einmalzahlungen (one-off payments), die durch die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 reguliert sind. Sobald die Auslösung einer solchen Einmalzahlung mit einer Funktion kombiniert wird, die die Ausführung garantiert, gilt sie als Premium-Service.

Minimum Viable Product und Geschäftsbedingungen

Das 120-seitige Regelwerk SPAA beinhaltet auch schon eine Vereinbarung (Adherence Agreement) über die Teilnahme daran, die nur noch auf die Unterschriften wartet. Wie gross der Andrang sein wird, hängt auch vom Minimum Viable Product (MVP) ab, das gemäss EPC die SPAA-Multi-Stakeholder-Arbeitsgruppe in den kommenden Monaten definieren und ans Regelwerk koppeln wird. Das MVP wird genug Funktionen aufweisen, um feststellen zu können, welchen Mehrwert das SPAA Scheme Rulebook bietet.

Eine weitere Schlüsselkomponente des SPAA, die bis zum zweiten Quartal 2023 veröffentlicht werden soll, sind die Standardgeschäftsbedingungen. Sie umfassen eine Reihe von Standardgebühren für die Premium-Services und die Standard-APIs. Der EPC räumt ein, dass potenzielle SPAA-Teilnehmer erst dann in der Lage sein werden, eine verbindliche Entscheidung über die Teilnahme am SPAA zu treffen, wenn sie sich ein vollständiges Bild davon machen können, einschliesslich des MVP und der Standardgeschäftsbedingungen.

Ebenfalls für das zweite Quartal 2023 sieht der EPC die Publikation des API Security Framework vor, das auf allgemein verfügbaren europäischen und internationalen Sicherheitsstandards basiert und die Mindestanforderungen an die Sicherheit für die Systemteilnehmer definieren wird.

 

Gabriel Juri
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