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Veröffentlicht am
15 März 2023
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PhonePe ist in Indien das, was TWINT in der Schweiz ist: die beliebteste mobile Bezahl-App im Land. Sie ist eine von über 60 mobilen Anwendungen, die auf der Echtzeit-Zahlungsinfrastruktur Unified Payments Interface (UPI) des indischen Bankensektors und Staats laufen. Neben einheimischen Anwendungen mischen auch Google Pay und Amazon Pay mit, nicht aber Apple Pay. Allein im Dezember 2022 verarbeitete UPI über 7,8 Milliarden Transaktionen von 260 Millionen Menschen. Das hört sich zwar gigantisch an. Im Vergleich zur Schweiz jedoch relativieren sich diese Zahlen: Während beispielsweise rund 20 Prozent der indischen Bevölkerung UPI nutzen, erreicht TWINT weit über die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer.
Indien möchte seine Open-Source-Infrastruktur auch im Ausland ausbauen. So hat in den letzten Monaten eine Tochtergesellschaft der Eigner eine Vielzahl von Abkommen mit ausländischen Partnern geschlossen. Akteure aus rund 30 Ländern haben bereits ihr Interesse an UPI bekundet. Die jüngste Partnerschaft ist im letzten Oktober mit dem europäischen Marktführer bei Zahlungsverkehrs- und Transaktionsdienstleistungen Worldline entstanden, der mit 20 % an TWINT beteiligt ist. Ziel ist es, die Akzeptanz von UPI in Europa zu ermöglichen. Zu den Zielmärkten gehören Belgien, die Niederlande und die Schweiz. Mit UPI bestehen bereits ähnliche Kooperationen in Grossbritannien und in Frankreich. Noch weiter geht die Zusammenarbeit zwischen Indien und Singapur. Deren Zentralbanken haben nämlich angekündigt, dass sie ihre Echtzeit-Zahlungsinfrastrukturen miteinander verbinden wollen.
Einerseits geht es darum, dass die wachsende Zahl indischer Touristinnen und Touristen schnell und effizient bezahlen kann. Andererseits soll UPI die Geldüberweisungen der 32 Millionen im Ausland lebenden Inderinnen und Inder erleichtern – und das sowohl hinsichtlich der Echtzeitfähigkeit als auch der Kosten. Kürzlich hat die indische Regierung bestätigt, dass das «digitale öffentliche Gut» für alle Nutzenden kostenlos bleibe.
Gabriel Juri SIX
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