Die Teilnehmenden des heutigen Swiss Anti-Fraud Summit waren sich einig, dass sich Betrug zunehmend über vernetzte und oft professionell organisierte, international agierende Strukturen hinweg entwickelt und von einzelnen Akteuren kaum wirksam bekämpft werden kann. Entscheidend ist eine enge Abstimmung aller Beteiligten entlang der gesamten Betrugskette – von sozialen Plattformen, Online-Marktplätzen und Telekommunikationsanbietern über den Onlinehandel bis hin zu Banken und Strafverfolgungsbehörden.
Neue Austauschplattform für branchenübergreifenden Dialog
Mit dem Swiss Anti-Fraud Summit haben SBVg und SIX deshalb eine Austauschplattform geschaffen, um den branchenübergreifenden Dialog und die Zusammenarbeit in der Betrugsbekämpfung im Zahlungsverkehr zu stärken. Ziel ist es, institutions- und sektorübergreifend Erkenntnisse auszutauschen sowie weitere Massnahmen und gemeinsame Initiativen zusammenzuführen. Im Rahmen eines Roundtable diskutierten Vertretende verschiedener Branchen entlang der Betrugskette aktuelle sowie zukünftige Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze bei der Betrugsbekämpfung, die anschliessend im Konferenzteil gezielt für die Schweizer Finanzbranche vertieft wurden.
Fokus auf systemische Herausforderungen und Prävention
Im Zentrum des Summits standen aktuelle Betrugsmuster, Täter- und Opferperspektiven sowie konkrete Präventionsansätze im Zahlungsverkehr – ergänzt durch einen Ausblick auf künftige Bedrohungsszenarien, die insbesondere durch die fortschreitende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs und KI-gestützte Betrugswellen entstehen. Die Diskussionen bestätigten, dass Betrug ein systemisches Risiko darstellt, das nicht nur einzelne, sondern auch mehrere Zahlungskanäle, Institutionen und Sektoren gleichzeitig betrifft, während bestehende Massnahmen häufig noch individuell von einzelnen Akteuren organisiert sind. Gleichzeitig wurde unterstrichen, dass Prävention früher im digitalen Ökosystem ansetzen muss, insbesondere bei Plattformen und Kommunikationskanälen. Der Ausbau der Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette wurde als zentraler Hebel identifiziert, um die Wirksamkeit von Massnahmen nachhaltig zu erhöhen. Konkrete Handlungsfelder umfassen insbesondere die Früherkennung betrügerischer Aktivitäten auf Plattformen, die schnellere Unterbindung missbräuchlicher Kommunikation über Telekommunikationskanäle sowie ein verbesserter Echtzeit-Datenaustausch – sowohl zwischen privaten Akteuren als auch zwischen Privatsektor und Behörden. Voraussetzung dafür sind klar definierte und praktikable Rahmenbedingungen für Datenschutz und Informationsaustausch.
Finanzbranche als Treiber der Zusammenarbeit
Die SBVg und SIX setzen sich gemeinsam mit den Schweizer Banken aktiv für eine wirksame Betrugsprävention im Zahlungsverkehr ein und bringen die Perspektive der Finanzbranche gezielt in die branchenübergreifende Zusammenarbeit ein. Die Akteure leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit digitaler Zahlungssysteme sowie zur Stabilität des Finanzplatzes Schweiz.
Der Swiss Anti-Fraud Summit markiert den Auftakt für eine vertiefte Zusammenarbeit. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in konkrete Initiativen überführt und die Kooperation entlang der gesamten Betrugskette künftig weiter gestärkt werden.
August Benz, stellvertretender CEO der SBVg: «Die Bankenbranche übernimmt Verantwortung in der Betrugsbekämpfung und engagiert sich aktiv für wirksame Präventionslösungen. Entscheidend ist dabei die Zusammenarbeit über Branchen hinweg. Nur so lässt sich Betrug nachhaltig eindämmen.»
Christoph Müller, Head Banking Services und Mitglied der Konzernleitung, SIX: «Betrug ist ein Netzwerkproblem – und muss auch als solches gelöst werden. Genau hier setzen wir mit dem Swiss Anti-Fraud Summit 2026 an. Wir bringen dort zentrale Akteure in der Betrugsprävention kommunikativ, technisch und operativ näher zusammen.»