Die Schweiz ist als Börsengang-Standort einzigartig positioniert. Dennoch zieht es Technologieunternehmen bei ihren Börsengangüberlegungen manchmal in die USA, in der Hoffnung auf höhere Bewertungen und weitere vermeintliche Vorteile wie der Zugang zu Investierenden, Liquidität und Analyse‑Abdeckung. Um Fakten von Annahmen zu unterscheiden, hat SIX eine neue Ausgabe des Whitepapers «Evaluating the Aspects of a Swiss versus a US Listing» veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schweiz im Vergleich zu den USA für ein Initial Public Offering (IPO) sehr gut abschneidet.
Um Zugang zu US‑Investierenden zu erlangen ist keine Kotierung in den USA erforderlich. Eine Kotierung bei SIX Swiss Exchange ermöglicht es Firmen, institutionelle Käuferschaft in den USA über ein Angebot nach Rule 144A anzusprechen. Dies erlaubt den Verkauf von Wertschriften an eine qualifizierte institutionelle Käuferschaft, ohne eine Registrierung bei der US‑Börsenaufsichtsbehörde SEC. Gleichzeitig verfügt die Schweiz über einen der grössten Kapitalpools von Investierenden in Europa – mit einem Volumen von USD 207 Milliarden– und liegt damit nach Grösse nur hinter Grossbritannien.
Ein weiteres Missverständnis ist, dass die USA im Vergleich zu Europa eine unerreichte Liquidität bieten. In Wirklichkeit wird der Unterschied der Liquidität zwischen den führenden US‑Börsen und ihren europäischen Pendants überschätzt. Hierzu bietet sich ein Vergleich der durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen über 90 Tage nach dem IPO im Verhältnis zur Marktkapitalisierung an. Dies zeigt, dass Börsengänge in den USA zwar allgemein eine höhere Umsatzgeschwindigkeit aufweisen als in Europa. Dies gilt jedoch nur für US‑inländische Unternehmen. Insbesondere kleinere ausländische private Unternehmen profitieren tendenziell nicht von einem gleichen Liquiditätsanstieg. Europäische und Schweizer Märkte liefern zudem durchgängig engere Spannen zwischen Geld- und Briefkursen als US‑Börsen – ein wesentlicher Indikator für die Handelseffizienz.
Die Differenz bei der Analysenabdeckung zwischen den USA und Europa ist ebenfalls gering. Auswertungen zeigen, dass kleinere ausländische private Unternehmen in den USA nicht automatisch von einer breiteren Analysenabdeckung profitieren und ohne starke Markenbekanntheit oder eine bedeutende Basis bei US‑Investierenden Mühe haben können, kontinuierlich Aufmerksamkeit zu erhalten.
Und schliesslich gilt: Auch wenn die Schweiz zu den teureren Ländern zum Leben zählt, sind die Kosten für einen Börsengang bei SIX Swiss Exchange im Vergleich zu anderen führenden Märkten relativ gering. Die Emissionssgebühren (Underwriting Fees) liegen in der Schweiz zwischen 2 % und 5 % des Bruttoerlöses, während sie in den USA im Durchschnitt 4 % bis 7 % betragen. Kosten für Rechtsberatung und Aufwände für die Einhaltung regulatorischer Vorschriften werden zudem durch den verhältnismässigen, prinzipienbasierten Regulierungsrahmen der Schweiz begrenzt. Dies führt zu einem vorhersehbareren, effizienteren und emittentenfreundlicheren Weg an die öffentlichen Märkte. Gleichzeitig sinken dadurch die Ausführungs- und Haftungsrisiken für Emittenten.
Weitere Informationen im SIX Whitepaper (in Englisch): «Evaluating the Aspects of a Swiss versus a US Listing»
Julian Chan steht Ihnen gerne zur Verfügung.
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