Key Summary
Das Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) ist eine globale, von der OECD geleitete Initiative, die den automatischen Austausch von Steuerinformationen zwischen Steuergebieten erleichtert, um Transparenz bei Transaktionen mit digitalen Wertdarstellungen sicherzustellen.
Dieser Artikel erläutert, was die CARF-Initiative für den globalen Kryptomarkt bedeutet, warum sie für die Bekämpfung von Steuerhinterziehungsrisiken unerlässlich ist und wie sich Crypto-Asset Service Providers (CASPs) auf bevorstehende Meldepflichten vorbereiten können.
- Analysiert die spezifischen Meldepflichten für Crypto-Asset Service Providers (CASPs), einschliesslich der Erhebung von Steuerwohnsitzen und Identifikationsnummern der Nutzer.
- Untersucht die Arten meldepflichtiger Ereignisse, wie den Austausch zwischen Krypto-Assets und Fiat-Währungen, Krypto-zu-Krypto-Austausch und relevante Retail-Zahlungstransaktionen.
- Beschreibt den phasenweisen Umsetzungszeitplan: Lokale Gesetze sollen am 1. Januar 2026 in Kraft treten, der erste Reporting-Zyklus ist bis zum 31. Januar 2027 fällig.
Was ist CARF?
CARF ist eine globale, von der OECD geleitete globale Initiative und steht für Crypto-Asset Reporting Framework. Dieses Rahmenwerk fördert den automatischen Informationsaustausch zwischen Ländern, um aufkommende Steuerhinterziehungsrisiken im Zusammenhang mit Kryptowährungen und digitalen Vermögenswerten zu bekämpfen. CARF definiert «Krypto-Assets» als «digitale Wertdarstellung, die auf einem kryptografisch gesicherten Distributed Ledger oder einer ähnlichen Technologie zur Validierung und Sicherung von Transaktionen basiert».
Wer ist von CARF betroffen?
Crypto-Asset Service Providers (CASPs), zu denen beispielsweise Börsen, Broker und Wallet-Anbieter gehören, die Kryptotransaktionen ermöglichen. Betroffen sind auch Unternehmen mit Kontrolle über dezentrale Börsen (DEXs) oder DeFi-Protokolle sowie NFT-Marktplätze.
Wann tritt CARF in Kraft?
Die 49 Staaten und Gebiete, die sich zur Umsetzung von CARF verpflichtet haben, werden das Rahmenwerk in lokale Gesetze umsetzen. Die Vorschriften sollen am 1. Januar 2026 in Kraft treten; die ersten Meldungen sind bis zum 31. Januar 2027 einzureichen.
|
Market |
Operational start / status |
First reporting / exchange |
|
Global |
76 jurisdictions formally committed as of July 2026. |
Most committed jurisdictions are set to begin automatic exchanges by 2027. |
|
European Union |
DAC8 applies from 1 January 2026. RCASPs collect reportable transaction data from that date. |
First 2026 exchanges take place by 30 September 2027; domestic filing deadlines/formats must be checked. |
|
United Kingdom |
CARF applies from 1 January 2026. |
First report: 1 January–31 May 2027, covering 2026. |
|
Switzerland |
The legal basis does not apply in 2026; implementation cannot occur before 1 January 2027 at the earliest. |
Dependent on completion of parliamentary deliberations and partner-state implementation. |
Was fällt in den CARF-Geltungsbereich?
Der Anwendungsbereich von CARF umfasst alle relevanten Krypto-Assets, einschliesslich bestimmter NFTs, jedoch ausgenommen digitale Zentralbankwährungen (CBDCs), bestimmte E-Geld-Produkte und Krypto-Assets, die nicht für Zahlungs- oder Anlagezwecke verwendet werden können.
Welche Meldepflichten gelten für Kryptowährungen?
Gemäss CARF müssen CASPs Informationen über die Nutzer erheben, einschliesslich deren Steuerwohnsitze und Steueridentifikationsnummern, und diese Informationen an ihre inländische Steuerbehörde melden. Zu den meldepflichtigen Transaktionsarten gehören:
- Austausch zwischen relevanten Krypto-Assets und Fiat-Währungen,
- Austausch zwischen einer oder mehreren Formen relevanter Krypto-Assets,
- Übertragungen relevanter Krypto-Assets, einschliesslich meldepflichtiger Retail-Zahlungstransaktionen.
Welche Auswirkungen hat CARF auf den Markt?
CARF zielt darauf ab, Transparenz und Compliance im Kryptomarkt zu stärken und Risiken wie Steuerhinterziehung, Betrug und Geldwäsche potenziell zu reduzieren. Aufgrund der Meldepflicht müssen sich CASPs zusätzlich zum bestehenden CRS-Reporting auf einen anderen Prozess für den automatischen Informationsaustausch vorbereiten. Dies könnte für CASPs zu höheren Compliance-Kosten führen, dürfte aber auch das Vertrauen in digitale Vermögenswerte stärken und diese für institutionelle Anleger attraktiver machen.
Welche Risiken sind mit CARF verbunden?
Zu den wichtigsten mit CARF verbundenen Risiken gehören der erhöhte Compliance-Aufwand für CASPs sowie mögliche Datenschutzbedenken aufgrund der umfangreichen Meldepflichten. Ein weiteres Risiko ist die Regulierungsarbitrage: Unternehmen könnten Rechtsordnungen mit weniger strengen Meldepflichten wählen, um Compliance-Pflichten zu vermeiden, was die Wirksamkeit von CARF untergraben könnte.
Erfahren Sie, wie Sie mit den Daten von SIX digitale Vermögenswerte präzise und zuverlässig verwalten können.
Daten zu Krypto-Assets erkundenWarum klassifiziert SIX handelbare Utility Tokens als CARF-relevant?
Utility Tokens gewähren Zugang zu einem bestimmten Dienst oder einer bestimmten Plattform. Auch wenn ihr Wert schwanken kann, stellen sie nicht zwingend eine Kapitalanlage dar. Die Abgrenzung zwischen Utility Tokens und Wertschriften kann fliessend sein, weshalb die OECD-CARF-Leitlinien für eine korrekte Klassifizierung entscheidend sind. Wird ein Utility Token für den beabsichtigten Zweck verwendet (z. B. für den Zugriff auf ein Spiel), ist die Transaktion gemäss OECD CARF möglicherweise nicht steuerpflichtig. Wird das Token jedoch gekauft, gehalten und anschliessend mit Gewinn verkauft, könnte dies als steuerpflichtiges Ereignis gelten.
Gibt es einen Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten?
Ja, CARF wurde speziell für das Reporting von Krypto-Assets entwickelt, die als «digitale Wertdarstellung, die zur Validierung und Sicherung von Transaktionen auf ein kryptografisch gesichertes Distributed Ledger oder eine ähnliche Technologie zurückgreift» definiert werden. Daher sind nicht nur Kryptowährungen von CARF betroffen, sondern alle virtuellen Vermögenswerte wie digitale Anleihen und andere tokenisierte Wertpapiere.
Was ist der Unterschied zwischen CARF und CRS?
Bei beiden handelt es sich um Rahmenwerke bzw. Standards, die den automatischen Informationsaustausch ermöglichen sollen. Während der Common Reporting Standard (CRS) auf dem Austausch von Kontoinformationen zu dokumentierten Kundinnen und Kunden basiert, stützt sich CARF auf aggregierte Transaktionen dokumentierter Kundinnen und Kunden. Darüber hinaus konzentriert sich CARF auf die Meldung von Transaktionen mit Krypto-Assets, während CRS traditionelle Finanzanlagen abdeckt.
Was ist der Unterschied zwischen CARF und MiCA?
CARF ist ein OECD-Rahmenwerk für den automatischen Austausch von Steuerinformationen über Krypto-Asset-Transaktionen, während die «Markets in Crypto-Assets»-Verordnung (MiCA) ein EU-Regulierungsrahmen ist, der Rechtssicherheit und Verbraucherschutz für Krypto-Assets schaffen soll. MiCA deckt ein breiteres Spektrum regulatorischer Aspekte ab, darunter Lizenzierungsanforderungen für CASPs und Vorschriften für Stablecoins. Beide Rahmenwerke ergänzen sich zwar, dienen jedoch unterschiedlichen regulatorischen Zwecken.
Was bietet der von SIX entwickelte CARF-Datendienst?
SIX stellt Instrumentenklassifizierungen für CARF- und CRS-relevante digitale Vermögenswerte sowie für tokenisierte Wertpapiere bereit. Wertpapierkennungen und Token-Klassifizierungen erleichtern die Aggregation von Transaktionen für das Reporting an die Steuerbehörden.
SIX-Referenzdaten zu Kryptowährungen – Beispiele
|
Instrumentenname |
Valor |
ISIN |
Token-Typ |
DT/VA ID |
CARF-Relevanz |
|
Bitcoin (BTC) |
18789194 |
XTV15WLZJMF0 |
Payment token |
4H95J0R2X |
JA |
|
Ether (ETH) |
39891263 |
XTD5RG2FHH04 |
Utility token |
X9J9K872S
|
JA |
|
Official Trump (TRUMP) |
138939964 |
XTLJDPGNXXK4 |
Utility token |
3R313RR9C |
JA |
|
1.625 StLUG 29 Bds |
123210717 |
CH1232107172 |
Asset token |
RHFH6BHNM |
JA (auch CRS-relevant!) |
|
CIRCLE Eurite (EURI) |
138939947 |
XTLGPZM7PJ93 |
Payment token |
LGPZM7PJ9 |
NEIN (aber CRS-relevant!)
|
Bei CARF sind Daten nicht nur wichtig – sie sind alles
Kathelijne Marritt Alers, Senior Product Manager, sprach mit Jürg Stalder (Head of Tax & Regulatory Products) und Manuel Alonso (Senior Content Manager bei SIX), um die Komplexität von CARF einzuordnen.
Zentrale Fragen des Interviews:
- Wie unterstützt SIX CASPs?
- Was unterscheidet CARF von bestehenden Rahmenwerken wie FATCA und CRS?
- Können unter einem globalen Standard wie CARF Unterschiede zwischen Jurisdiktionen entstehen?
- Welche Arten von Daten benötigen CASPs und wie wichtig sind Genauigkeit und Vollständigkeit?
- Welche technischen Aspekte sollten CASPs beachten?
- Gibt es Innovationen beim Data Tagging für CARF-relevante Assets?
Erfahren Sie, wie SIX mit intelligenteren Daten Fortschritte in der Krypto-Compliance vorantreibt – seiehen Sie sich dir jetzt das Interview an.