Frauen gehören in die IT – dorthin, wo sie schon immer waren


Frauen gehören in die IT – dorthin, wo sie schon immer waren

Frauen sind in der Informatik stark unterrepräsentiert. Lesen Sie in unserem Blogpost, dass das früher mal anders war und heute auch nicht so sein muss. Drei Frauen aus der IT bei SIX erzählen ihre Geschichte.

Frauen haben seit Anbeginn des Informatikzeitalters als Programmiererinnen gearbeitet. Das weiss die Welt spätestens seit dem Erscheinen des Hollywood-Films «Hidden Figures» über drei afroamerikanische Mathematikerinnen, die für das Mercury- und Apollo-Programm der NASA tätig waren.

Frauen, die die Informatik geprägt haben

Es gab in der Geschichte der Informationstechnologie (IT) aber nicht nur rein weibliche Programmierteams, schon mal als Computresses bezeichnet, die die Vorgaben der in der Regel männlichen Ingenieure umsetzten. Es gab auch immer Frauen, die viele Errungenschaften in der IT geprägt haben. Ohne Wegbereiterinnen wie Ada Lovelace (erstes Computerprogramm), Frances E. Allen (erster weiblicher IBM Fellow, erste weibliche Turing-Preisträgerin), Grace Hopper (erster Compiler) oder Margaret Hamilton (siehe Podcast) gäbe es heute vieles nicht, wovon wir in unserer digitalen Welt profitieren.

Frauen in der IT heute, Frauen in der IT bei SIX

Und wo sind die Frauen in der IT heute? Sie sind da, es sind nur nicht besonders viele und sie sind nicht sichtbar. Noch immer denkt unsere Gesellschaft in alten Rollenbildern und macht Mädchen und jungen Frauen zu wenig Mut, einen technischen Beruf zu ergreifen. Aber Frauen haben in der IT-Branche tatsächlich alle Chancen dieser Welt. Das beweisen drei Mitarbeiterinnen von SIX: Erika, Marion und Ursula.

Als Quereinsteigerin das Programmieren erlernen

Erika, Ursula und Marion kamen als Quereinsteigerinnen zur IT und haben den Schritt nie bereut.

Erika, Ursula und Marion kamen als Quereinsteigerinnen zur IT und haben den Schritt nie bereut.

Alle drei sind Quereinsteigerinnen, die das Programmieren vor rund vierzig Jahren während eines dreimonatigen Grundkurses bei der damaligen Swissair (heute Swiss) erlernten. Sie kamen per Zufall zur IT – nachdem sie sich nach der Matura als Au-pair oder Sekretärinnen durchgeschlagen hatten, bewarben sie sich für eine administrative Stelle bei der Swissair. Die Swissair suchte zu dieser Zeit aber auch Programmiererinnen und Programmierer und lud sie ein, einen Eignungstest zu absolvieren. Alle drei bestanden und konnten somit den Grundkurs zur Assembler-Programmierung besuchen. Ganz schnell wurde ihnen klar, dass sie das Jonglieren mit Bits und Bytes faszinierte und es genau das Richtige war für sie.

IT: Vielseitige und flexible Berufsbilder

Nach dem Grounding der Swissair 2001 landeten Erika und Ursula als Software Engineers direkt bei SIX (damals Telekurs). Erika schätzt an ihrem Beruf die Vielseitigkeit: «Jede meiner Aufgaben ist neu, denn wenn sie das nicht wäre, müsste ich dazu nichts programmieren. Es wird nie langweilig.» Ursula nennt einen anderen Vorteil ihres Berufs, die Flexibilität: «Meine Arbeiten kann ich auch im Homeoffice ausführen und frei einteilen. Das kommt mir sehr entgegen. Ich bin eher später am Morgen wach, dafür auch mal in der Nacht produktiv. Und warum nicht meine Aufgaben an einem verregneten Sonntag statt an einem sonnigen Werktag erledigen?»

Informatik eignet sich für alle Karrierephasen

Nach ein paar Umwegen über HP und Swiss stiess im November 2020 auch noch Marion zu SIX. Sie erhielt mit 54 Jahren die Chance, zusammen mit ihren ehemaligen Kolleginnen zusammenzuarbeiten und als Software Developer für das IBM Mainframe ihr ganzes Wissen und Know-how in der Finanzbranche einzubringen. «So hat sich der Kreis für mich nun geschlossen. Gegen Ende meiner beruflichen Laufbahn übe ich wiederum die Tätigkeit aus, die mir enorm Spass macht. Und ich lerne jeden Tag etwas dazu, denn in der Finanzbranche bin ich Neuling.»

Meine Arbeiten kann ich auch im Homeoffice ausführen und frei einteilen.

Ursula, Software Engineer, SIX

Die IT braucht neue (Vor-)Bilder

Derzeit beträgt der Frauenanteil in der Informatik von SIX rund 14 %. Im Sinne der Diversität ist es SIX ein grosses Anliegen, noch mehr Frauen für IT-Berufe zu rekrutieren. SIX engagiert sich darum unter anderem auch mit einem Internship Program für Quereinsteigerinnen in Zusammenarbeit mit TechFAce. Mit ihrer Geschichte dienen Erika, Ursula und Marion hier als Vorbilder. Es braucht aber noch mehr. Es braucht eine Veränderung in den Köpfen. Dort, wo noch viele Vorurteile verankert sind. Informatikerinnen und Informatiker entsprechen zum Beispiel selten dem Bild des Nerds, manchmal sind es nicht einmal Computerfreaks, wie auch Ursula aus eigener Erfahrung weiss: «Computer sind nie zu meinem Hobby geworden. In meiner Freizeit lese ich lieber und arbeite im Garten.»

Berührungspunkte mit IT schaffen

Es braucht ein Umdenken bei den Führungskräften, den IT-Fachkräften, bei den Mädchen und Frauen selbst, in ihrem privaten Umfeld und vor allem in den Bildungsinstitutionen. Mädchen tun sich immer noch schwer, sich mit MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) anzufreunden und beispielsweise eine Informatiklehre bei SIX ins Auge zu fassen. Es gibt kaum Rollenvorbilder und zu wenig Berührungspunkte im Stadium der Berufsfindung. Dabei wäre der Zugang manchmal so einfach, fast schon spielerisch, wie das Beispiel von Erika beweist: «Ich liebe Rätsel – einfach alles, was mit Mathematik und Logik zu tun hat. Informatik ist genau das.»

Gefällt Ihnen dieser Inhalt?

0
0