Sicher einkaufen mit den neuen Debitkarten


Sicher einkaufen mit den neuen Debitkarten

Die zusätzlichen Einsatzmöglichkeiten der neuen Debitkarten, wie Online-Shopping, erfreuen sich grosser Beliebtheit. Im dritten Interview unserer Experten-Serie erklärt Stefan Giger, Head Debit Processes & Fraud Management bei UBS in Zürich, wie sich Karteninhaber vor Betrügern schützen können.

Sie haben Ende 2020 als eine der ersten Banken die neuen Debitkarten eingeführt. Weshalb?

Nachdem jahrzehntelang bei den Debitkarten keinerlei Innovation stattgefunden hat, sind wir nun dem Kundenwunsch nach modernen, digitalen Produkten auch im Bereich der Karten mit Kontozugriff nachgekommen. Wir haben die bisherigen V PAY- und Maestro-Karten weiterentwickelt und mit neuen Fähigkeiten, wie zum Beispiel dem Online-Einkaufen, ausgestattet. UBS Visa Debit und UBS Mastercard Debit sind die Debitkarten der Zukunft.

Kommt es auch zu Betrugsfällen?

Das Benützen der Karte im Alltag und auf Reisen ist sehr sicher und Betrugsfälle sind nach wie vor selten. Wie mit den bisherigen Debitkarten ist es auch mit denjenigen der neuesten Generation nicht zu vermeiden, dass sich auch Betrüger dafür interessieren.

Mit welchen Maschen versuchen Betrüger ihr Glück?

Bei allen Betrugsfällen nutzen die Täter eine Nachlässigkeit des Kunden aus, um an die Karten und die persönliche Identifikationsnummer (PIN) zu gelangen oder die Kartendaten online für eigene Zwecke einzusetzen.

Da die Fähigkeit, die Debitkarten online einzusetzen erst seit Kurzem zur Verfügung steht, ist wie in der Vergangenheit, die Entwendung der Karte durch Trickdiebstahl und vorgängiges Ausspähen der PIN nach wie vor das häufigste Delikt.

Kopierte Magnetstreifen – das sogenannte Skimming – beobachten wir dank der weltweit verbreiteten Chiptechnologie praktisch nicht mehr.

Mit den erweiterten Funktionen der neuen Karten sind sie auch für klassische Online-Delikte, wie beispielsweise Phishing, interessant. Wir gehen davon aus, dass diese Fälle zunehmen werden.

Eine gute Übersicht über die gängigsten Betrugsarten gibt die Seite www.card-security.ch.

Wie stellen Sie die Sicherheit Ihrer Produkte sicher?

Die Prävention von Kartendelikten basiert auf vier Säulen. Erstens ist die Aufklärung und Sensibilisierung der Karteninhaber zu erwähnen. Zur Sicherheit beitragen kann primär der Kunde, indem er sorgsam mit seiner Karte und der PIN umgeht.

Die zweite Säule ist die Erkennung von aussergewöhnlichen Transaktionen. Hier setzen wir im Debit-Bereich auf die Fachkräfte und Systeme der SIX, die mit gezielten und wohl überlegten Massnahmen suspekte Transaktionen blockieren oder gar Karten sperren.

Als Drittes hilft die Einschränkung von Dienstleistungen und Funktionen, Delikte zu reduzieren oder sogar zu verhindern. Zu den Einschränkungen zählen wir, neben der Kartenlimite und der Möglichkeit zur Aktivierung und Deaktivierung von Funktionen (kontaktlos, Bargeldbezüge, Zahlungen, eCommerce, etc.), auch die Bestätigung von Online-Zahlungen mit 3D Secure durch den Kunden.

Die vierte Säule ist die Täterverfolgung. Hier tauschen wir uns regelmässig mit Strafverfolgungsbehörden aus und unterstützen diese bei deren Ermittlungen. Damit die Polizei und Staatsanwaltschaften aktiv werden können, sorgen wir dafür, dass strafbare Handlungen angezeigt werden.

Wie soll ein Karteninhaber bei einem Vorfall vorgehen und wie kann er sich und seine Karte schützen?

Der Kunde kann sich beim Einsatz der Karte im Handel oder am Bancomaten am besten schützen, indem er sich bei der Eingabe der PIN nicht beobachten lässt und konsequent das Eintippen mit der freien Hand gegen Einsicht von Dritten schützt. Weiter raten wir dringend zu einer sofortigen Sperrung der Karte, sobald sie nicht mehr im Besitz des Kunden ist. Dies auch dann, wenn eine Karte von einem Automaten eingezogen wurde. Zu den Aufgaben zählt auch die regelmässige Kontrolle der Abrechnungen und des Kontoauszuges.

Im Online-Bereich ist neben den üblichen Sorgfaltspflichten wie regelmässige Updates der Systeme und Virenschutz auch wichtig, dass der Karteninhaber sich von den Betrügern nicht mit Phishing-Mails täuschen lässt und seine Kartendaten unbedarft bekannt gibt. Weitere Tipps, oder wie man suspekte Mails erkennt, finden Sie unter www.card-security.ch.

Falls doch einmal etwas passieren sollte, muss der Kunde so rasch wie möglich mit seiner Bank Kontakt aufnehmen. Sie hilft ihm, die notwendigen Schritte einzuleiten.

Kartenbetrug? Keine Chance!

Der Erklärfilm zeigt am Beispiel «Phishing», wie Betrüger vorgehen, und gibt Tipps, wie Kartenbetrug verhindert werden kann. Damit das beliebteste Zahlungsmittel in der Schweiz auch sicher bleibt.