Was die Einstellung der Lastschriftverfahren LSV+ und BDD für Rechnungssteller bedeutet

Was die Einstellung der Lastschriftverfahren LSV+ und BDD für Rechnungssteller bedeutet

Ein weiterer Meilenstein in der Harmonisierung und Digitalisierung des Schweizer Zahlungsverkehrs steht bevor: Die Lastschriftverfahren LSV+ und BDD werden per 30. September 2028 eingestellt. Lesen Sie, wie Sie mit eBill und eBill Direct Debit ganz einfach Ihre Rechnungen bezahlen können und was Sie als Rechnungssteller jetzt tun sollten.

Was sind LSV+ und BDD?

LSV+ ermöglicht einem Rechnungssteller, Konten von Privatpersonen für wiederkehrende Zahlungen wie zum Beispiel Miete oder Krankenkassenprämien automatisch zu belasten. BDD hingegen ist für Firmenkunden gedacht und als Zahlungsverfahren vor allem dort relevant, wo das Geschäftsmodell dem Prinzip Lieferung-gegen-Zahlung entspricht.

Wie ist der Zeitplan zur Einstellung von LSV+ und BDD?

LSV+ und BDD werden bis zum 30. September 2028 vollständig eingestellt, das heisst, dass Lastschriften-Einzüge nur noch bis zu diesem Datum durchgeführt werden können. Dieses Enddatum wurde bewusst gewählt, um allen Parteien genügend Vorlaufzeit für die Umstellung auf alternative Zahlungsmethoden zu geben. Seit dem 1. Januar 2026 ist zudem keine Neuanmeldung für LSV+ oder BDD mehr möglich, sodass Neukunden von Anfang an auf eine digitale Alternative setzen.

Welche alternativen Zahlungsmöglichkeiten zu LSV+ und BDD gibt es?

Rechnungssteller können beim Umstieg von LSV+ und BDD zwischen mehreren etablierten Zahlungsmethoden wählen:

  • eBill: Digitale Rechnungsstellung direkt im Onlinebanking der Kundinnen und Kunden, ohne manuelle Erfassung von Zahlungsdaten.
  • QR-Rechnung: Strukturierte Zahlungsdaten per QR-Code, die im Onlinebanking oder per Banking-App eingelesen werden.
  • Dauerauftrag: Fixer, wiederkehrender Betrag, den die Kundin oder der Kunde selbst im Banking einrichtet.
  • Einzelzahlungsauftrag: Manuelle Zahlung pro Rechnung, ohne automatisierten Einzug.

Digitale Lösungen bieten dabei gegenüber den bisherigen, papierbasierten Verfahren zwei zentrale Vorteile: einfachere Aufschalt- und Verwaltungsprozesse, da Papierformulare wegfallen, sowie höhere Transparenz bei erfolgreichen oder abgelehnten Zahlungsfreigaben.

eBill Direct Debit: das digitale Lastschriftverfahren

Seit Sommer 2025 bietet SIX mit eBill Direct Debit ein neues digitales Einzugsverfahren an. Dabei erteilt eine Kundin oder ein Kunde dem Zahlungsempfänger die Berechtigung, wiederkehrende Beträge direkt vom Bankkonto einzuziehen. Die Berechtigung wird vollständig digital in eBill ohne Papierformular eingerichtet und verwaltet. eBill Direct Debit ist damit das erste Zahlungsverfahren, das sämtliche Funktionalitäten der bisherigen kontobasierten Lastschriftverfahren abbildet und gleichzeitig konsequent digital funktioniert.

Technisch laufen die Zahlungen als direkte Konto-zu-Konto-Zahlung über das Swiss Interbank Clearing (SIC), das zentrale Abwicklungssystem für den Zahlungsverkehr in Schweizer Franken. Das macht eBill Direct Debit zu einer robusten, im Schweizer Finanzsystem fest verankerten Lösung.

SIX bietet zusätzlich eine Möglichkeit an, mit der Rechnungsempfänger eBill Direct Debit analog nutzen können, etwa in Kombination mit der QR-Rechnung. Diese Erweiterung setzt jedoch voraus, dass das Finanzinstitut des Rechnungsempfängers sie unterstützt. Aktuell bieten verschiedene Banken bereits eBill Direct Debit an, weitere Finanzinstitute prüfen derzeit die Einführung.

Welche Chancen bietet eBill Direct Debit?

Der Umstieg auf eBill Direct Debit bringt für alle Beteiligten konkrete, messbare Vorteile mit sich:

Für Rechnungssteller:

  • Digitaler Anmeldeprozess: Mandate werden einmalig online eingerichtet, ohne Papierformulare oder manuelle oder repetitive Erfassung.
  • Valutagenaue Ausführung: Zahlungen erfolgen exakt zum vereinbarten Termin, was eine präzisere Liquiditäts- und Cashflow-Planung erlaubt.
  • Höhere Transparenz: Erfolgreiche und abgelehnte Freigaben sind digital nachvollziehbar, was die Abstimmung mit der Buchhaltung vereinfacht.

Für Rechnungsempfänger:

  • Volle Kontrolle: Jede Zahlung wird vor der Ausführung im gewohnten eBill-Umfeld im Onlinebanking angezeigt. Es entsteht also kein Medienbruch.
  • Digitaler Rückabwicklungsprozess: Bei einer fehlerhaften oder unberechtigten Belastung kann der Betrag mit wenigen Klicks direkt in eBill zurückgefordert werden, ohne Papierantrag oder Anruf bei der Bank.
  • Sicherheit und Vertrauen: Sichere digitale Zahlungsprozesse sind eine zentrale Voraussetzung für die Akzeptanz solcher Lösungen. eBill Direct Debit nutzt die etablierte Infrastruktur von eBill und des Schweizer Zahlungsverkehrs.
  • Ein zentraler Ort für alle Rechnungen: eBill Direct Debit-Mandate erscheinen im selben Onlinebanking-Bereich wie reguläre eBill-Rechnungen und können auch im Archiv eingesehen werden.

Für Finanzinstitute:

  • ISO-20022-Kompatibilität: eBill Direct Debit ist auf den international etablierten Zahlungsstandard ausgelegt, im Gegensatz zu LSV+ und BDD.
  • Geringeres Ausfallrisiko: Der digitale Freigabeprozess reduziert fehlgeschlagene oder zurückgewiesene Lastschriften gegenüber dem bisherigen, papierbasierten Verfahren.

Was ist eBill?

Die Rechnungsempfängerinnen und -empfänger erhalten ihre eBill-Rechnungen sicher und direkt in ihrem Onlinebanking. Sie brauchen sie nur noch zu prüfen und direkt online zur Zahlung freizugeben. Im Gegensatz dazu müssen bei einer E-Mail-Rechnung im Onlinebanking Angaben zum Zahlungsempfänger und eine Referenznummer eingegeben werden. Alternativ kann die Rechnung auch eingescannt werden – doch der Medienbruch bleibt, denn neben dem E-Mail muss immer auch das Onlinebanking geöffnet werden. eBill vereint beides in einem einzigen, sicheren digitalen Kanal.

Wie aufwändig ist der Wechsel von LSV+ und BDD?

Der Wechsel von LSV+ und BDD zu einer alternativen Zahlungsmethode ist für Rechnungssteller mit einem gewissen Aufwand verbunden, da sich bestehende Verrechnungsprozesse ändern. Das kann bedeuten, dass Rechnungssteller einzelne Softwarekomponenten wie Buchhaltungsapplikationen anpassen müssen. Der Wechsel von einer analogen Zahlungsmethode zu einem vollständig digitalen Prozess wie eBill oder eBill Direct Debit bringt aber diverse Effizienzgewinne. Deshalb lohnt sich ein solcher Wechsel trotz einmaligem Aufwand auf lange Sicht.

Einstellung LSV+ und BDD: Was muss ich als Rechnungssteller tun?

Rechnungssteller sollten frühzeitig ein alternatives Rechnungsformat auswählen und entsprechende Abstimmungen mit ihrem Finanzinstitut und Softwarepartner vornehmen. So können sie sicherstellen, dass bis Ende September 2028 eine passende Alternative für LSV+ beziehungsweise für BDD eingerichtet ist.

Informiert mich meine Bank über die Einstellung von LSV+ und BDD?

Rechnungssteller werden seitens ihres Finanzinstituts über die Einstellung von LSV+ und BDD sowie über alternative Zahlungsmöglichkeiten orientiert. Für weitere Informationen oder Fragen können sich Rechnungssteller auch direkt an ihr Finanzinstitut und ihren Softwarepartner wenden.

Was sind die Gründe für die Einstellung von LSV+ und BDD?

Die herkömmlichen Zahlungsverfahren entsprechen nicht den heutigen digitalen Standards und sind nicht vollumfänglich mit dem ISO-20022-Zahlungsstandard kompatibel. Zudem sinken die Transaktionszahlen, und alternative digitale Zahlungsmethoden sind generell auf dem Vormarsch.