2020

25.02.2020 – Meier Tobler Group AG

MEIER TOBLER KEHRT TROTZ UMSATZRÜCKGANG IN DIE GEWINNZONE ZURÜCK - WECHSEL AN DER FÜHRUNGSSPITZE

Meier Tobler Group AG / Schlagwort(e): Jahresergebnis
MEIER TOBLER KEHRT TROTZ UMSATZRÜCKGANG IN DIE GEWINNZONE ZURÜCK - WECHSEL
AN DER FÜHRUNGSSPITZE

25.02.2020 / 07:00 CET/CEST
Veröffentlichung einer Ad-hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

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Nebikon, 25. Februar 2020

MEIER TOBLER KEHRT TROTZ UMSATZRÜCKGANG IN DIE GEWINNZONE ZURÜCK -
WECHSEL AN DER FÜHRUNGSSPITZE

  * Umsatz des fortgeführten Geschäftsbereichs 5.3 Prozent unter Vorjahr

  * EBITDA des fortgeführten Geschäftsbereichs erreichte CHF 27.4 Mio.
    (Vorjahr CHF 29.3 Mio.)

  * Reingewinn im fortgeführten Geschäft CHF 1.3 Mio. (Vorjahr CHF -3.7
    Mio.)

  * Cashflow gesteigert, Nettoverschuldung deutlich gesenkt

  * Fortschritte beim Neubauprojekt des Logistikzentrums: Mietvertrag für
    Däniken, Kaufrecht für Bauland gesichert

  * Wechsel an der Spitze von Meier Tobler: Roger Basler übernimmt per
    1. September 2020 die Nachfolge von CEO Martin Kaufmann, der eine neue
    Herausforderung ausserhalb des Unternehmens annehmen möchte

Meier Tobler weist für das Geschäftsjahr 2019 für das fortgeführte Geschäft
(ohne den aufgegebenen Geschäftsbereich Keramikland) einen Nettoumsatz von
CHF 496.1 Mio. aus, 5.3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der EBITDA im
fortgeführten Geschäft beträgt CHF 27.4 Mio. (Vorjahr CHF 29.3 Mio.). Durch
den Verkauf des Dienstleistungs-Centers in Nebikon wurde der EBITDA im Jahr
2019 erstmals durch Mietkosten im Umfang von CHF 3.2 Mio. belastet. Die
EBITDA-Marge betrug 5.5 Prozent (Vorjahr 5.6 Prozent). Der EBIT aus dem
fortgeführten Geschäft liegt bei CHF 11.0 Mio., ein Plus von 9.8 Prozent
gegenüber dem Vorjahr. Meier Tobler schliesst das Geschäftsjahr 2019 im
fortgeführten Geschäft mit einem Reingewinn von CHF 1.3 Mio. ab (Vorjahr CHF
-3.7 Mio.).

Cyberattacke belastet Geschäftsgang
Die Cyberattacke auf Meier Tobler vom Juli 2019 hatte deutliche Auswirkungen
auf den Umsatz und den Gewinn. Obschon die vorbereiteten Notfallprozedere
griffen und innert kurzer Zeit eine provisorische Infrastruktur aufgebaut
werden konnte, liess sich ein vorübergehender Unterbruch bei den
Auslieferungen nicht verhindern. Das hatte eine unmittelbare Umsatzeinbusse
im Handelsgeschäft von rund CHF 5 Mio. zur Folge. Ein zusätzlicher
Umsatzverlust in ähnlicher Grössenordnung resultierte zeitlich nachgelagert
im Wärmeerzeugungs-Geschäft aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit der
Informatiksysteme. In der Zwischenzeit hat Meier Tobler die IT-Infrastruktur
nach modernsten Sicherheitskriterien neu aufgebaut. Die direkten
Sonderkosten zur Bewältigung der Attacke haben das Jahresergebnis 2019 mit
CHF 1.0 Mio. belastet.

Stabiles Handelsgeschäft, deutlicher Rückschlag in der Wärmeerzeugung
Das Handelsgeschäft von Meier Tobler entwickelte sich vor allem dank der im
Rahmen der Multichannel-Strategie neu eingeführten Dienstleistungen stabil.
Auf breite Resonanz stiess der Marché-Lieferservice, mit dem sich Kunden
Artikel innert zwei Stunden per Kurier auf die Baustelle liefern lassen
können. Ebenfalls gut angelaufen ist der Service «marché@work», bei dem
Meier Tobler einen «Selbstbedienungs-Marché» für Montage- und
Verbrauchsmaterial direkt in die Werkstatt der Kunden stellt und für diese
bewirtschaftet. Das Marché-Netzwerk wurde durch den Ende Mai 2019 eröffneten
Marché in Bulle/FR auf 47 Standorte erweitert.

In der Wärmeerzeugung musste Meier Tobler im Geschäftsjahr 2019 einen
deutlichen Umsatzrückgang verzeichnen. Dieser Geschäftsbereich war von den
IT-Problemen besonders betroffen. Die Dienstleistungsqualität war aufgrund
von verzögerten Offertstellungen, einem nicht verfügbaren CRM-System und
weiteren Beeinträchtigungen der Prozesse teilweise stark reduziert. Hinzu
kommt, dass der Fokus auf das wichtige Wärmeerzeugungs-Geschäft als Folge
der fusionsbedingten Verbreiterung der Produktpalette teilweise verloren
ging. Ein umfassendes Massnahmenpaket wurde in den letzten Monaten
erarbeitet und ist in Umsetzung. Die Bildung regionaler Kundenteams
verbessert die Kundenansprache und verkürzt die Durchlaufzeiten für Angebote
und Aufträge. In Kombination mit einem Bonusprogramm für Installateure,
einer verstärkten Beratungstätigkeit in Bezug auf Heizungssanierungen bei
Endkunden sowie einer Kampagne zur Positionierung von Meier Tobler als
Spezialist für Wärmepumpen soll das Wärmeerzeugungs-Geschäft im laufenden
Geschäftsjahr stabilisiert werden.

Im Service-Geschäft entwickelte sich der Umsatz gewohnt stabil.
Hervorzuheben ist das im Rahmen der Digitalisierungsinitiative entwickelte
Angebot «smart-guard» zur Fernüberwachung von Wärmepumpen, das mit dem
«Swiss Industry 4.0 Award 2019» ausgezeichnet wurde. Die Lösung überzeugt,
weil sie praxiserprobt ist und Verbesserungen für den Endkunden und
Effizienzsteigerungen für Meier Tobler mit sich bringt.

Cashflow gesteigert, Nettoverschuldung deutlich gesenkt
Der Cashflow aus Betriebstätigkeit lag im Berichtsjahr bei CHF 32.7 Mio.,
ein Plus von 37.2 Prozent gegenüber 2018 (Vorjahr: CHF 23.8 Mio.). Der
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug CHF -4.0 Mio. im Vergleich zu
einem Mittelzufluss von CHF 50.4 Mio. im Vorjahr aufgrund eines Verkaufs von
Betriebsliegenschaften. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit beträgt
CHF -35.7 Mio., was primär auf die Rückführung von Bankkrediten
zurückzuführen ist.

Die Nettoverschuldung (Finanzverbindlichkeiten minus liquide Mittel) konnte
gegenüber dem Vorjahr deutlich auf CHF 81.9 Mio. reduziert werden (31.12.18:
CHF 105.8 Mio.). Das Eigenkapital beläuft sich per 31. Dezember 2019 auf CHF
144.6 Mio. (31.12.18: CHF 141.2 Mio.). Das entspricht einer
Eigenkapitalquote von 37.3 Prozent (Vorjahr: 33.1 Prozent).

Kennzahlen

  in TCHF                                 2019          2018    Veränderung in
                                                                             %

  Umsatz                               501 088       537 936
  Fortgeführter Geschäftsbereich       496 068       523 643              -5.3
  Aufzugebender Geschäftsbereich         5 020        14 293

  EBITDA                                29 169        24 779
  Fortgeführter Geschäftsbereich        27 360        29 321              -6.7
  in % des Umsatzes                        5.5           5.6
  Aufzugebender Geschäftsbereich         1 809        -4 542

  EBIT                                  12 839         4 026
  Fortgeführter Geschäftsbereich        11 030        10 047               9.8
  in % des Nettoumsatzes                   2.2           1.9
  Aufzugebender Geschäftsbereich         1 809        -6 021

  Konzerngewinn                          3 410        -9 233
  pro Namenaktien in CHF                  0.28         -0.77
  (gewichtet)
  Fortgeführter Geschäftsbereich         1 325        -3 711
  Aufzugebender Geschäftsbereich         2 085        -5 522

  Cashflow aus Betriebstätigkeit        32 658        23 801


  in TCHF                           31.12.2019    31.12.2018

  Finanzverbindlichkeiten              110 276       141 303
  davon Hypotheken und                  26 447        27 397
  Immobilienleasing
  Nettoliquidität                      -81 919      -105 833
  Eigenkapital                         144 577       141 167
  in % der Bilanzsumme                    37.3          33.1

  Anzahl Mitarbeitende                   1 304         1 357
  (Vollzeitstellen)
Wechsel an der Spitze von Meier Tobler
Roger Basler (54) übernimmt am 1. September 2020 als CEO der Meier Tobler
Gruppe die Nachfolge von Martin Kaufmann. Roger Basler ist seit 2013 als CEO
der Franke Water Systems AG für das weltweite Sanitärgeschäft der Franke
Gruppe mit 1400 Mitarbeitenden verantwortlich. Vor seinem Wechsel in die
Gebäudetechnik sammelte er als CEO von Heineken Schweiz, Managing Director
Europe von Dyson sowie Managing Director von Red Bull Schweiz Erfahrungen in
der Konsumgüterindustrie. Roger Basler verfügt über einen Abschluss in
Betriebswirtschaft der Universität St. Gallen (lic. oec. HSG).

Martin Kaufmann hat sich nach zwölfjähriger Tätigkeit als CEO, zuerst der
Walter Meier (Klima Schweiz) AG, dann der Meier Tobler Gruppe, entschieden,
dass er eine neue Herausforderung ausserhalb des Unternehmens antreten
möchte. Bis zum Eintritt von Roger Basler am 1. September 2020 wird Martin
Kaufmann weiterhin die exekutive Gesamtverantwortung für die Meier Tobler
Gruppe tragen und danach dem Unternehmen bis Ende 2020 in beratender
Funktion zur Verfügung stehen.

Nach seinem Eintritt in die Oertli Service AG im Jahr 1999 war Martin
Kaufmann zunächst als Service-Leiter und dann als Geschäftsleiter tätig.
Seit der Fusion von Oertli Service, Vescal und Axair Kobra 2007 war er als
Geschäftsleiter für die Walter Meier (Klima Schweiz) AG verantwortlich. Nach
dem Schulterschluss mit Tobler im Jahr 2017 führte er die kombinierte Meier
Tobler Gruppe.

Silvan G.-R. Meier, Präsident des Verwaltungsrats von Meier Tobler,
kommentierte:
«Wir freuen uns, dass mit Roger Basler eine erfahrene und unternehmerische
Führungspersönlichkeit die Leitung von Meier Tobler übernehmen wird. Roger
Basler bringt nicht nur Erfahrung in der Gebäudetechnik, der Industrie und
im Konsumgütersektor mit, sondern auch einen eindrücklichen Leistungsausweis
im Marketing und im Verkauf. Mit seinem beruflichen Hintergrund ist er
bestens geeignet, um das Wachstum von Meier Tobler voranzutreiben und unsere
Produkt- und Serviceinnovationen erfolgreich im Markt einzuführen.

Martin Kaufmann danke ich im Namen des Verwaltungsrats für seine
Verbundenheit mit Meier Tobler über die vergangenen 20 Jahre. Unter seiner
Führung konnte die Integration von Meier Tobler trotz schwierigem
Marktumfeld und Anlaufschwierigkeiten in der kombinierten Vertriebs- und
Serviceorganisation zum Abschluss gebracht werden. Meier Tobler hat den
operativen und finanziellen Turnaround eingeleitet und verfügt über eine
starke Marktstellung als führendes Gebäudetechnikunternehmen der Schweiz.
Wir verstehen und akzeptieren, dass Martin Kaufmann nach seinem langjährigen
und intensiven Engagement in der exekutiven Führung eine neue
Herausforderung annehmen möchte. Für seine Bereitschaft, einen nahtlosen
Übergang der Führung zu gewährleisten, danken wir und wünschen ihm für die
Zukunft alles Gute.»

Anträge an die Generalversammlung
Wie bereits früher kommuniziert, beantragt der Verwaltungsrat der
Generalversammlung vom 25. März 2020, auf eine Dividendenausschüttung für
das Geschäftsjahr 2019 zu verzichten.

Die Verwaltungsräte Silvan G.-R. Meier (als Präsident), Heinz Roth, Heinz
Wiedmer und Alexander Zschokke stellen sich für eine weitere einjährige
Amtsperiode zur Wiederwahl.

Ausblick
Der Umsatz im Handels- und Servicegeschäft dürfte auch 2020 stabil bleiben.
Wie rasch es Meier Tobler gelingen wird, den negativen Umsatztrend in der
Wärmeerzeugung umzukehren, kann aus heutiger Sicht nicht prognostiziert
werden. Deshalb könnte der Konzernumsatz auch im Geschäftsjahr 2020 leicht
zurückgehen. Aufgrund von Spätfolgen der Cyberattacke und Investitionen in
den Turnaround der Wärmeerzeugung ist auch auf der Ertragsseite nicht mit
deutlichen Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr zu rechnen. Dank der
zahlreichen für 2020 initiierten Verbesserungsmassnahmen ist Meier Tobler
aber überzeugt, sich im Geschäftsjahr 2021 in einer signifikant besseren
Verfassung präsentieren zu können.

Positives gibt es bezüglich der Zusammenlegung der beiden Logistikzentren zu
berichten: Ein passendes Grundstück für einen Neubau in der Nähe der
heutigen Standorte in Däniken und Nebikon wurde gefunden und ein Kaufrecht
dafür gesichert. Die Fertigstellung des Neubaus ist 2023 geplant. Das neue
Logistikzentrum wird deutliche operative Synergien und eine noch bessere
Dienstleistung für die Kunden mit sich bringen.

Zudem konnte Meier Tobler Ende Januar 2020 eine Vereinbarung unterzeichnen,
um die Liegenschaft in Däniken per Ende April 2020 aus einem langfristigen
Leasingvertrag auszukaufen und an einen neuen Eigentümer weiterzuveräussern.
Ab Mai wird Meier Tobler in Däniken analog zu Nebikon nur noch in einem
kurzfristigen Mietvertrag gebunden sein und damit zeitliche Flexibilität für
den Umzug in das neue Logistikzentrum erhalten. Durch diese Transaktion
werden sich die Finanzverbindlichkeiten um rund CHF 26 Mio. reduzieren.
Reingewinn und Netto-Cashflow im Geschäftsjahr 2020 werden nicht wesentlich
beeinflusst.

Weitere Auskünfte
Meier Tobler, Corporate Communications
+41 44 806 49 00, group@meiertobler.ch
www.meiertobler.ch/investoren

Termine
25. März 2020 Generalversammlung
20. August 2020 Halbjahresbericht

Meier Tobler ist ein auf den Schweizer Markt fokussierter
Haustechnik-Anbieter. Das Unternehmen wurde 1937 gegründet und beschäftigt
heute über 1300 Mitarbeitende.
Die Aktien von Meier Tobler sind an der SIX Swiss Exchange kotiert (Symbol
MTG).

Diese Medienmitteilung sowie der vollständige Geschäftsbericht 2019 stehen
Ihnen auf www.meiertobler.ch/investoren zur Verfügung.


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Ende der Ad-hoc-Mitteilung

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